München ­–

Topmanager der Deutschen Bank warten auf Urteil

Muss Ex-Konzernchef Rolf Breuer in Haft?

München ­.  Gut ein Jahr hat der Prozess gedauert, an diesem Montag soll im Strafverfahren gegen Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, und vier ehemalige Topmanager des Frankfurter Geldhauses gesprochen werden. Ebenfalls des versuchten Prozessbetrugs angeklagt sind die ehemaligen Konzernchefs Josef Ackermann und Rolf Breuer.

Zuletzt hatte die Staatsanwaltschaft noch eine Beschwerde beim Oberlandesgericht München eingelegt, die aber als unbegründet abgewiesen wurde. Damit ist der Weg frei für den Abschluss des Verfahrens vor dem Landgericht. Zunächst haben die Manager am Montag die Chance für ein letztes Wort. Das Landgericht kündigte schon einmal an, das Urteil zu verkünden.

In dem Verfahren geht es um die Frage, ob Fitschen gemeinsam mit vier ehemaligen Bankern vor fünf Jahren Richter hinters Licht führen wollte, um Schadenersatzzahlungen der Deutschen Bank wegen der Pleite des Medienkonzerns von Leo Kirch zu vermeiden. Die Staatsanwaltschaft ist nach der zähen Beweisaufnahme an mehr als 30 Verhandlungstagen davon überzeugt und forderte in ihrem Plädoyer zum Teil Haftstrafen für die Angeklagten: Am härtesten muss aus Sicht der Behörde der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Breuer bestraft werden. Für ihn forderte der Staatsanwalt dreieinhalb Jahre Haft.

Staatsanwalt fordert Haftstrafen

Breuer war demnach die treibende Kraft unter den fünf Angeklagten. Der 2011 gestorbene Medienunternehmer Kirch hatte Breuer zeitlebens für den Zusammenbruch seines Konzerns verantwortlich gemacht, weil Breuer sich in einem Fernsehinterview kritisch über die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe geäußert hatte. Mit den Kirch-Erben einigte sich die Bank 2014 auf einen Schadenersatz von 925 Millionen Euro.

Auch für Breuers Nachfolger Ackermann beantragte der Staatsanwalt zwei Jahre und sechs Monate Haft. Fitschen war aus Sicht des Anklägers eher ein Mitläufer, der die anderen aber auch nicht aufgehalten und sich vor Gericht gewunden hat, um nicht die Wahrheit sagen zu müssen. Der Staatsanwalt forderte ein Jahr und drei Monate Haft auf Bewährung sowie eine Geldbuße von zwei Millionen Euro.

Alle fünf können dem Urteil aber entspannt entgegenblicken. Ungewöhnlich deutlich hatte der Vorsitzende Richter Peter Noll bereits klargestellt, dass ihn der Anklagevorwurf des versuchten Prozessbetrugs nicht überzeugt hat. Seitdem wird mit einem Freispruch gerechnet. Breuers Anwalt Norbert Scharf beantragte neben einem Freispruch bereits, die Kosten des Verfahrens der Staatskasse aufzulegen – so sieht es das Gesetz für einen Freispruch vor.