Wolfsburg/Tokio –

VW einigt sich angeblich mit US-Behörden bei „Dieselgate“

Autobesitzer sollen entschädigt werden. Auch Mitsubishi trickste

Wolfsburg/Tokio.  Volkswagen hat sich einem Zeitungsbericht zufolge mit US-Behörden grundsätzlich auf einen Vergleich im Streit um manipulierte Diesel-Abgaswerte geeinigt. Jeder US-Halter eines VW-Modells, das mit einer beanstandeten Software ausgestattet sei, solle 5000 US-Dollar (gut 4400 Euro) Entschädigung erhalten, berichtete die „Welt“. Davon unabhängig müsse VW die Kosten für die Umrüstung des jeweiligen Autos tragen. Ein Sprecher des deutschen Autobauers wollte den Bericht nicht kommentieren.

Ein detaillierter Plan zur Umrüstung der bis zu 600.000 Autos, die von den Abgasmanipulationen in den USA betroffen seien, werde anders als zunächst erwartet aber nicht vorgelegt, hieß es weiter. Auch die Strafen und Wiedergutmachungsmaßnahmen seien nicht in allen Einzelheiten geregelt. „Es handelt sich vielmehr um eine Art Eckpunktepapier, in dem die große Linie für die kommenden Monate festgelegt ist und an dem weitergearbeitet wird“, habe ein Prozessbeteiligter gesagt.

Die Einigung mit dem US-Justizministerium sowie den amerikanischen Umweltbehörden EPA und CARB solle am heutigen Donnerstag dem zuständigen US-Richter Charles Breyer präsentiert werden. Dann läuft in den USA ein Ultimatum des Richters ab, der über nahezu alle US-Klagen gegen VW entscheidet. Volkswagen muss bis zu einer Gerichtsanhörung am heutigen Donnerstag eine Lösung im Abgas-Skandal finden. Richter Breyer fordert einen „detaillierten“ Plan zur Reparatur der Dieselwagen, die in den USA von der Affäre um manipulierte Emissionswerte betroffen sind.

Mitten im Abgas-Skandal bei Volkswagen hat nun auch der japanische Autobauer Mitsubishi Manipulationen eingestanden. Im Fokus stehen Kleinstwagen, wie Konzernchef Tetsuro Aikawa am Mittwoch in Tokio sagte. Dabei geht es aber nicht um Abgas-, sondern um Verbraucherwerte. Betroffen seien insgesamt 625.000 Autos für den heimischen Markt. 468.000 Autos davon wurden für den japanischen Konkurrenten Nissan Motor gebaut. Der Renault-Partner hatte die Manipulation der Verbrauchswerte entdeckt. Es ist nicht der erste Skandal bei Mitsubishi Motors. Bereits vor mehr als einem Jahrzehnt hatte der Konzern gestanden, jahrzehntelang Defekte an Fahrzeugen systematisch vertuscht zu haben. Die Mitsubishi-Aktie brach am Mittwoch um 15,2 Prozent ein. Das Bundesverkehrsministerium verlangt vom Autobauer Mitsubishi Aufklärung über Manipulationen bei Verbrauchswerten.