Billigflieger

Unter 20 Euro: Ryanair startet in Schönefeld neue Strecken

Der Billigflieger RyanAir bringt fünf neue Ziele in Europa ab Berlin auf den Markt. Zum Start gibt es Aktionspreise mit Tickets für 19,99 Euro.

Passagiere steigen aus einem Flugzeug der Airline Ryanair

Passagiere steigen aus einem Flugzeug der Airline Ryanair

Foto: FREDERICK FLORIN / AFP

Die Billig-Airline Ryanair will zum Winterflugplan 2016/2017 ihren Betrieb am Flughafen Berlin-Schönefeld verdoppeln. Das irische Unternehmen plant, dann rund 4,7 Millionen Passagiere pro Jahr zu befördern und damit 3500 indirekte Arbeitsplätze am Flughafen Schönefeld zu sichern. Zusätzliche Ziele sind Bukarest, Catania, Niš, Podgorica und Santander. Zuvor hatte Ryanair bereits 14 neue Destinationen für 2016/17 angekündigt: Belfast, Budapest, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, Lissabon, Manchester, Rzeszow, Sevilla, Sofia, Thessaloniki, Timisoara, Toulouse und Vilnius.

Der deutsche Markt ist für Ryanair der am schnellsten wachsende und deshalb der wichtigste in Europa. „Deutschland ist Berlin und Berlin ist Schönefeld“, beschrieb der Marketingchef des Billigfliegers, Kenny Jacobs, den Markt in Berlin. Insgesamt wird das Unternehmen mit neun in Berlin stationierten Boeing 737-800 auf 45 Routen 307 Flüge anbieten. „Um den Start unserer neuen Routen ab Schönefeld zu feiern, bieten wir Tickets ab nur 19,99 Euro an“, sagte Jacobs. Sie können bis Donnerstag, 21. April 2016, auf www.ryanair.com gebucht werden.

Airline will schlechtes Image loswerden

Die Fluglinie strengt sich an, das Image „cheap and nasty“ (billig und scheußlich) loszuwerden, wie Jacobs es ausdrückte, und sich zum gleichwertigen Partner der Premium-Airlines zu entwickeln: 350 neue Maschinen kommen in den nächsten Jahren, der Service wurde verbessert, feste Sitzplätze eingeführt, das digitale Angebot ausgebaut. Ryanair, das die Zahl seiner Passagiere in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt und die Auslastung um zehn Punkte auf 92 Prozent erhöht hat, will in den nächsten fünf Jahren in Deutschland einen Marktanteil von 20 Prozent erreichen und sich damit in die Lufthansa-Liga katapultieren. Der Fokus soll dabei auf europäischen Zielen liegen. „Da sind wir gut“, sagt Jacobs.

Dieses Ziel wollen die Iren zunächst aus eigener Kraft erreichen, schließen aber auch Kooperationen für das Langstreckengeschäft nicht aus. Im europäischen Luftverkehr werde es Kooperationen geben, erwartet Jacobs. „Wir haben Lufthansa kontaktiert“, sagt er. Eine Reaktion ist nicht überliefert. Die defizitäre Air Berlin, die zuletzt engere Bande zu Alitalia knüpfte, gehört eher nicht zu den Wunschpartnern der Billigflieger. „Air Berlin muss erst mal ihre Probleme lösen“, sagt Jacobs, der sich darüber wundert, dass die Berliner selbst in Zeiten niedrigster Treibstoffpreise Verluste (191 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2015) einfahren. Sie sollen nur so weitermachen, spottet der Ire. „Das stärkt unser Wachstum.“