Frankfurt –

Kritik an Rüstungsgeschäften der Commerzbank

Frankfurt.  Zum Abschied des Commerzbank-Chefs Martin Blessing auf der Hauptversammlung am heutigen Mittwoch ziehen Umweltgruppen und Finanzbeobachter eine kritische Bilanz: Vor allem bei der Rüstungsfinanzierung habe sich unter Blessings Ägide nicht viel verändert, kritisiert die aktuelle Studie „Die Waffen meiner Bank“ der Organisationen Facing Finance und urgewald.

„Die Commerzbank besitzt zwar seit 2008 eine Richtlinie zu Rüstungsgeschäften, die auch Waffenlieferungen in Konfliktgebiete und kontroverse Waffen ausschließen soll. Diese wird jedoch nicht konsequent umgesetzt“, kritisiert Barbara Happe, Expertin für Rüstungsfinanzierung bei urgewald. Neben internationalen Rüstungsgrößen finanziere die Commerzbank auch wichtige deutsche Hersteller wie Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall, die ihren Leopard-2-Panzer nach Katar exportieren wollen, obwohl das Golfemirat in den blutigen Bürgerkrieg im Jemen involviert sei. „Wenn die Bank ihre Richtlinien ernst nehmen würde, hätte sie sich längst von solchen Geschäftspartnern getrennt“, sagt Happe.

Eine ebenso schlechte Vorstellung zeige die Commerzbank im Kohlesektor. Sie steht unter den deutschen Geldgebern auf Platz 2 beim vergebenen Finanzvolumen. „Die Commerzbank bekennt sich öffentlichkeitswirksam zur globalen Energiewende, lässt dem aber keine Taten folgen, indem sie klare Ausschlüsse für den Kohlesektor als größten Klimakiller formuliert“, kritisieren die Organisationen.