Duisburg –

Tausende Stahlarbeiter demonstrieren

Duisburg.  Die Beschäftigten der kriselnden Stahlindustrie sind am Montag gegen Billigimporte aus China und die Klimaschutzauflagen der EU auf die Straße gegangen. Nach Angaben der IG Metall kamen zu den bundesweiten Kundgebungen unter dem Motto „Stahl ist Zukunft“ mehr als 45.000 Teilnehmer. „Wir wollen einen fairen Wettbewerb und keinen Unterbietungswettkampf“, sagte der Chef der IG Metall, Jörg Hofmann, bei einer Versammlung vor der Zentrale von Thyssenkrupp Steel Europe in Duisburg. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel versprach den Stahlkochern die Unterstützung der Bundesregierung.

Das Jahr 2016 sei ein Schicksalsjahr für die Stahlproduktion, sagte Jörg Hofmann. Die Bundesregierung und die EU-Kommission müssten die Weichen richtig stellen, damit keine Hochöfen stillgelegt werden müssten. Neben den Billigimporten aus China fürchten die Stahlkocher unter anderem zusätzlichen Druck durch schärfere Klimaschutzauflagen der EU.

Die Branche mit Playern wie Thyssenkrupp, Salzgitter und Weltmarktführer ArcelorMittal ist ohnehin wegen des Preisdrucks und der Überkapazitäten seit Jahren in der Krise. „Geht der europäische Stahl den Bach runter, dann sind Millionen von Arbeitsplätzen in Europa in Gefahr“, sagte Hofmann. „Auf jeden Arbeitsplatz in der Stahlindustrie kommen sechseinhalb, die davon abhängen.“ Aktionen sind auch vor dem Kanzleramt in Berlin sowie in Thüringen und dem Saarland geplant. Die Branche beschäftigt in Deutschland knapp 90.000 Mitarbeiter und ist ein wichtiger Zulieferer für die Automobil- und die Bauindustrie sowie für den Maschinenbau.