Wolfsburg –

Dicke Luft zwischen VW-Betriebsrat und Management

Wolfsburg.  Mitten in der Abgas-Affäre steuert der VW-Konzern auf eine Machtprobe von Betriebsrat und Management zu. Streitpunkt ist offiziell der Sparkurs bei der Kernmarke Volkswagen. In einem Brief an die Belegschaft schreibt Betriebsratschef Bernd Osterloh, die Arbeitnehmervertretung habe „ein gravierendes Vertrauensproblem“ mit dem Volkswagen-Markenvorstand. „So haben wir den Eindruck, dass der Diesel-Skandal hinterrücks dazu genutzt werden soll, personelle Einschnitte vorzunehmen, die bis vor wenigen Monaten kein Thema waren.“ Osterloh fordert einen Zukunftsplan, in dem Produkt-, Stückzahl- und Investitionszusagen für die nächsten Jahre festgeschrieben werden sollen. Der Markenvorstand begrüßte das Gesprächsangebot.

Geleitet wird der Vorstand der Kernmarke VW seit Juli 2015 vom ehemaligen BMW-Manager Herbert Diess. Vier der acht Vorstandsmitglieder sind erst nach Bekanntwerden der Abgasmanipulationen bei Dieselmotoren dabei. Die Marke schwächelte allerdings schon vorher. Angeblich ist ein Stellenabbau in den deutschen Werken geplant.

Offenbar gibt es auch Ärger um Boni für Topmanager. Letztere seien trotz drohender Milliardenstrafen in der Abgas-Affäre nicht bereit, auf Zulagen zu verzichten, berichtete der „Spiegel“. Dem Management fehle offenbar jedes Gespür für den Ernst der Lage, wird ein Betriebsratsmitglied zitiert. Ein VW-Sprecher verwies auf den 28. April, wenn der Konzern seine Bilanz vorlegt. Dann sollen auch Gehälter und Boni genannt werden.