Koblenz –

Verdi protestiert gegen Amazon: „Häufig Schikane“

Koblenz. Mit Streiks an bundesweit sechs Standorten des Onlinehändlers Amazon hat die Gewerkschaft Verdi am Donnerstag gegen die Arbeitsbedingungen in den Versandzentren des Unternehmens protestiert.

Ein Verdi-Sprecher sagte in Koblenz, die Arbeit dort führe bei einigen Beschäftigten zu psychischen Erkrankungen. Mit mehr als 15 Prozent sei der Krankenstand ständig höher als in anderen Unternehmen der Branche. Amazon wies die Vorwürfe zurück und erklärte, an allen Standorten gebe es „ein professionelles Gesundheitsmanagement“.

Die Gewerkschaft sprach von Schikanen durch Vorgesetzte und Strafversetzungen in andere Abteilungen. Die „Picker“ – das sind die Arbeiter, die bestellte Produkte aus dem Warenlager holen und in die Versandabteilung bringen – müssten schwere Lasten aus Hochregalen heben und teilweise 20 Kilometer am Tag zurücklegen. In den Arbeitsgruppen werde wechselseitiger Druck aufgebaut, indem Beschäftigten bei einem bestimmten Krankenstand ein monatlicher Bonus gestrichen werde.

Amazon hielt dagegen, die Geschäftsleitung stehe mit Betriebsräten, Arbeitsmedizinern und Krankenversicherungen im Austausch, um die Gesundheitsprävention zu stärken. „Für Amazon ist es sehr wichtig, dass es in den Teams respektvoll zugeht, alle anpacken und sich gegenseitig fair behandeln“, sagte eine Unternehmenssprecherin. Die bereits umgesetzten Maßnahmen umfassten etwa Angebote zur Rückenschulung und ein gesundheitsbewusstes Ernährungsangebot in den Kantinen.