Berlin/München –

Microsoft und Amazon interessiert an Kartendienst Here

Berlin/München.  Daimler hat Gespräche der drei Here-Eigentümer mit den US-Konzernen Amazon und Microsoft über eine Beteiligung an dem Kartendienst bestätigt. „Wir sprechen mit Amazon, Microsoft und vielen Autobauern“, sagte Entwicklungschef Thomas Weber einem Sprecher zufolge am Dienstagabend in Berlin. Dabei gehe es um die Übernahme eines Anteils an Here als auch um technische Kooperationen. Unter Berufung auf Insider hatte die Nachrichtenagentur Reuters bereits vergangene Woche über Verhandlungen der Here-Eigentümer BMW und Audi mit den US-Firmen berichtet. Gebraucht wird laut Weber ein Cloud-Anbieter, um die enormen Datenmengen bewältigen zu können, die der Kartendienst erzeugt. „Wir haben noch keine Entscheidung getroffen“, sagte er. Im Laufe des Jahres könnte es demnach soweit sein.

Audi, BMW und Daimler hatten den Kartendienst 2015 von Nokia für gut 2,6 Milliarden Euro übernommen, auch um zu verhindern, dass Here in die Hände des Internetriesen Google gerät. Schon vor dem Kauf betonten die drei Autobauer, eine offene Plattform anbieten zu wollen, und luden Zulieferer, Konkurrenten und Unternehmen aus anderen Branchen zur Kooperation ein.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte kürzlich geäußert, dass es nicht lange dauern werde, bis neue Partner als Anteilseigner aufgenommen werden. Zur Weiterentwicklung von digitalen Diensten in Fahrzeugen seien zudem weitere Gemeinschaftsprojekte mit BMW und Audi denkbar, über die bereits gesprochen werde.