Daimler Dieselmodell

Umwelthilfe klagt wegen falscher Werbeaussagen

Berlin.  Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat den Autobauer Daimler wegen falscher Werbeaussagen zum Schadstoffausstoß eines Mercedes-Dieselmodells verklagt. Die Klage sei beim Landgericht Stuttgart eingegangen und ein schriftliches Verfahren eröffnet, erklärte ein Gerichtssprecher am Mittwoch. Der Konzern hält die Klage für unbegründet, sagte eine Daimler-Sprecherin. Die DUH wirft dem Autobauer vor, Verbraucher mit Aussagen zu einem „besonders geringen Schadstoffausstoß“ des Mercedes-Benz C 220 BlueTec zu täuschen.

Bei Messungen im Straßenbetrieb hatten Wissenschaftler bei der C-Klasse einen deutlich höheren Stickoxidausstoß festgestellt als erlaubt. Das ist bislang vom Gesetz gedeckt, da das Prüfverfahren nur das Einhalten der Grenzwerte im Labor verlangt. Infolge des Skandals um Manipulationen an elf Millionen Volkswagen-Dieselmotoren steht diese Praxis aber in der Kritik.

Die DUH will durchsetzen, dass Mercedes die Werbeaussagen unterlässt und klarstellen, dass die Abgasreinigung im normalen Betrieb immer funktionieren muss. Diese dürfe „allenfalls punktuell oder kurzzeitig ausgeschaltet werden“, sagte Geschäftsführer Jürgen Resch. Daimler nutzt bislang eine Ausnahmeregelung und reduziert bei Dieselmotoren die Abgasreinigung bei niedrigen Außentemperaturen nach eigenen Angaben, um den Motor zu schützen. Nach Ansicht der DUH ist dies nicht vom Gesetz gedeckt. Ein von den Grünen in Auftrag gegebenes Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages kommt zu einem ähnlichen Schluss.