New York –

Milliardär und Fonds-Guru kündigt mit Zettel

New York.  Der juristische Streit um den abrupten Abschied des ehemaligen Fondsgurus Bill Gross bei der Allianz-Tochter Pimco gewinnt an Schärfe und gewährt überraschende Einblicke in die Welt der US-Hochfinanz. So geht aus einem Schriftsatz, den der Vermögensverwalter bei einem kalifornischen Gericht einreichte, hervor, dass Gross mit einem handgeschriebenen Zettel kündigte, den er nachts auf seinem Schreibtisch hinterließ. Darauf stand: „An: CEO, Pimco: Mit diesem Schreiben bestätige ich meinen Rücktritt zum 26. September, 6.29 Uhr. William H Gross.“ Das Papier sei dort erst am Morgen gefunden worden, als der kleinere Konkurrent Janus Capital Gross schon als Neuzugang verkündet habe, hieß es.

Milliardär Gross fordert von seinem alten Arbeitgeber mehr als 200 Millionen Dollar Bonus. Pimco lehnt das ab. Man habe gute Gründe gehabt, sich 2014 von dem heute 71-Jährigen zu trennen. Firmenmitgründer Gross habe Kollegen beleidigt und den damaligen Vorstandschef von Pimco sabotiert, hieß es.

Gross hatte jahrelang den einst größten Anleihefonds der Welt, Pimco Total Return, geführt. Investoren hatten dort aber in großem Umfang Geld abgezogen, nachdem er sich mehrfach mit US-Staatspapieren verspekuliert hatte. Gross sieht sich als Opfer einer Intrige von Pimco-Managern.