Bauarbeiten

Bahn leitet täglich 160 Züge zwischen Kassel und Hannover um

Von Ende April bis Anfang Mai werden täglich 160 Züge zwischen Hannover und Kassel umgeleitet. Die Regierung hat sich eingeschaltet.

Etwa 160 Züge passieren täglich die wichtige ICE-Strecke zwischen Hannover und Kassel. Die müssen bald größtenteils umgeleitet werden.

Etwa 160 Züge passieren täglich die wichtige ICE-Strecke zwischen Hannover und Kassel. Die müssen bald größtenteils umgeleitet werden.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Berlin.  Auf der wichtigen ICE-Strecke zwischen Hannover und Kassel müssen vom 23. April an wegen Bauarbeiten täglich 160 Züge umgeleitet werden. Das sagte ein Bahnsprecher am Freitag. Der Konzern hatte die Arbeiten am Donnerstagabend kurzfristig angekündigt. Bis zum 8. Mai soll die Schnellfahrstrecke komplett gesperrt werden, Zehntausende Fahrgäste sind betroffen. Nach Bekanntwerden hat sich jetzt auch Niedersachsens Landesregierung eingeschaltet.

Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) werde im Laufe des Freitags in einem Telefonat mit Bahnchef Rüdiger Grube auf eine Verschiebung der Bauarbeiten drängen, erklärte sein Sprecher. Grund sei die Hannover Messe (24.-29. April) mit Partnerland USA, die nur einen Tag nach der geplanten Streckensperrung durch US-Präsident Barack Obama eröffnet wird.

Der Ministeriumssprecher nannte sowohl den Zeitpunkt der Sperrung wie auch die Art der Kommunikation durch die Bahn „mehr als unglücklich“ und meinte: „Den Zeitpunkt hätte man besser wählen können.“ Das habe Lies auch bereits in einem Telefonat mit einem anderen Bahnvorstand deutlich zum Ausdruck gebracht. Die Bahn habe es über weite Teile des Vortages nicht geschafft den Eindruck auszuräumen, dass überhaupt keine Züge fahren würden. Nach dem jetzigen Kenntnisstand soll bis zum 8. Mai die Schnellfahrstrecke komplett gesperrt werden.

Einschränkungen auch im Nahverkehr

Auf mehreren Abschnitten mit einer Gesamtlänge von etwa 30 Kilometern müsse Schotter erneuert werden, hieß es. Das Ausmaß der Probleme sei Anfang Februar noch nicht bekannt gewesen, als die Bahn das Bauprogramm für dieses Jahr vorstellte. Auch Fahrgastvertreter hatten neben Politikern die kurzfristige Ankündigung kritisiert.

Die Bahn betonte, dass die Auswirkungen für die Kunden so gering wie möglich gehalten werden sollten. Es wird jedoch im Fernverkehr einzelne Ausfälle und um bis zu eine Stunde längere Fahrtzeiten geben. Neben Pendlern sind auch zahlreiche anreisende Besucher der Weltleitmesse in Hannover betroffen. Auch im Nahverkehr und bei den Güterzügen werden Einschränkungen erwartet. (dpa)