Washington/wolfsburg –

VW-Aktionären droht Null-Dividende – Neue Klage in USA

Washington/wolfsburg.  Im Abgasskandal wird die Luft für Volkswagen in den USA immer dünner. In Deutschland bekommen VW-Aktionäre möglicherweise keine Dividende.

Wegen manipulierter Abgaswerte klagt jetzt auch die US-Handelsbehörde FTC (Federal Trade Commission) gegen den Wolfsburger Autobauer. Es geht um Milliardenschäden von US-Autobesitzern, die VW das Versprechen vermeintlich sauberer Diesel-Technologie abgekauft hatten. Die Behörde wirft dem Konzern vor, von 2008 bis 2015 Hunderttausende Diesel unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in den USA verkauft zu haben. „Unsere Klage fordert Entschädigung für die Verbraucher, die diese Wagen aufgrund betrügerischer und unfairer Praktiken gekauft haben“, erklärte FTC-Leiterin Edith Ramirez. Die Behörde beziffert den durchschnittlichen Verkaufspreis der manipulierten Wagen auf etwa 28.000 Dollar und geht von mehr als 550.000 betroffenen Fahrzeugen aus. Damit würde sich eine Gesamtsumme von über 15,4 Milliarden Dollar ergeben.

VW-Aktionäre müssen angesichts der drohenden Strafen eine Null-Dividende fürchten. Es stehe noch nichts endgültig fest, „aber es gibt keinen Hinweis, dass es auch nur Hoffnung auf einen Cent gibt“, sagt ein VW-Aufsichtsratsmitglied. Das wäre „ein Affront“, meinte Alexander Richard von Vietinghoff-Scheel von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Eine Nullrunde könnte gerade für viele Kleinaktionäre ein Problem sein. Analysten hatten zuletzt noch 1,50 Euro pro Aktie erwartet.