Software-Unternehmen

SAP will stark in Deutschland investieren - Dividende steigt

SAP will 160 Millionen Euro in Deutschland investieren. Vom Rekordgewinn im vorigen Jahr profitieren jetzt nicht nur die Aktionäre.

Die Konzernzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf in Baden-Württemberg. Die Aktionäre dürfen sich über einer höhere Dividende freuen.

Die Konzernzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf in Baden-Württemberg. Die Aktionäre dürfen sich über einer höhere Dividende freuen.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Walldorf.  Europas größter Softwarehersteller SAP will in den kommenden Jahren einen großen Teil seines Investitionsbudgets für Gebäude und Anlagen in Deutschland ausgeben. Bis 2018 seien rund 160 Millionen Euro Ausgaben in Immobilien und Sachanlagen im Heimatmarkt geplant, teilte der Dax-Konzern am Dienstag mit dem Geschäftsbericht mit.

Der Großteil davon, knapp 130 Millionen Euro, sind für den Konzernsitz im baden-württembergischen Walldorf vorgesehen. Dort werden ein Rechenzentrum und ein Blockheizkraftwerk gebaut. Weitere Schwerpunkte sind unter anderem Berlin und Potsdam. In den drei Jahren entfallen damit rund ein Drittel der konzernweiten Investitionen in Sachanlagen auf Deutschland. SAP machte im vergangenen Jahr etwa 13 Prozent seiner Umsätze auf dem Heimatmarkt.

Arbeitsverträge der Konzernführung verlängert

Der Walldorfer Konzern erwirtschaftete im vorigen Jahr einen Rekord-Betriebsgewinns von 5,9 Milliarden Euro. An der guten Geschäftsentwicklung will SAP die Aktionäre beteiligen. Die Dividende für 2015 solle um fünf Cent auf 1,15 Euro steigen. Insgesamt würden damit etwa 1,4 Milliarden Euro an die Teilhaber ausgeschüttet.

Schub erhielten die Verkäufe unter anderem durch die schneller als geplante Umstellung auf das Cloud-Geschäft. Davon profitiert auch die Vorstandsriege: Die Arbeitsverträge von Konzernchef Bill McDermott und anderen Mitgliedern der Führung waren vorige Woche vorzeitig verlängert worden.

Neuer Bereich für Datengeschäft wird im Silicon Valley aufgebaut

SAP plant zudem eine neue Sparte rund um das Geschäft mit Daten. „Wir wollen unseren Kunden dabei helfen, datenbasierte Geschäftsmodelle aufzubauen“, sagte Ingrid-Helen Arnold, bislang Leiterin der Informationstechnik bei SAP, der Deutschen Presse-Agentur. Sie wird die neue Sparte im Silicon Valley von April an leiten.

Moderne Analysesoftware, wie sie SAP mit seinem Programm Hana anbietet, bereitet Daten zum Beispiel aus Online-Shops in Echtzeit auf. „Wir wollen unseren Kunden dabei helfen, datenbasierte Geschäftsmodelle aufzubauen“, sagte Arnold.

„Stellen Sie sich einen Fensterbauer vor, der Fenster mit Sensoren verbaut“, sagte Arnold weiter. „Für den könnten wir Geschäftsmodelle entwerfen, damit er seinen Kunden schnelle Reparatur anbieten kann oder zusätzliche Sicherheitsdienstleistungen.“ Der neue Geschäftsbereich startet zunächst mit einer Handvoll Leuten. In den kommenden sechs bis sieben Monaten soll die technische Basis gelegt werden. (dpa/rtr)