Internet-Konzern

Bericht: Yahoo gibt Bietern zwei Wochen Zeit für Angebote

Yahoo sucht Käufer für sein Kerngeschäft und hat eine Frist für Gebote gesetzt. Unter den Interessenten ist ein großer Name.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer steht seit längerem in der Kritik. Sie habe keine eindeutige Strategie für das Unternehmen gefunden, heißt es.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer steht seit längerem in der Kritik. Sie habe keine eindeutige Strategie für das Unternehmen gefunden, heißt es.

Foto: ROBERT GALBRAITH / REUTERS

Sunnyvale.  Der Internet-Konzern Yahoo treibt die Suche nach Käufern für Teile des eigenen Unternehmens voran. Das Unternehmen will einem Zeitungsbericht zufolge von möglichen Käufern in den kommenden zwei Wochen erste konkrete Angebote haben. Sie müssten bis zum 11. April mitteilen, was und zu welchem Preis sie erwerben wollten, heiße es in Briefen an mögliche Bieter, schrieb das „Wall Street Journal“ in der Nacht zum Dienstag. Einige seien nur am Web-Kerngeschäft des Internet-Pioniers interessiert, andere könnten auch für die Anteile an der chinesischen Handelsplattform Alibaba oder an Yahoo Japan bieten, berichtet das Blatt unter Berufung auf informierte Personen.

Yahoo hoffe, die Gruppe von rund 40 Unternehmen auf Bewerber mit ernsthaften Absichten zu reduzieren, hieß es weiter. Als Interessenten für Yahoo galten bisher unter anderem diverse Finanzinvestoren, Microsoft, Time sowie der Telekommunikationsriese Verizon.

Insider: Microsoft sucht Gespräche mit Investoren

Microsoft hat Insidern zufolge bereits mit Investoren über einen Finanzierungsbeitrag für den Kauf beraten. Die Gespräche mit führenden Microsoft-Managern befänden sich in einem sehr frühen Stadium und seien auf Initiative der an Yahoo interessierten Finanzinvestoren zustande gekommen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Microsoft sei vor allem daran interessiert, die mit Yahoo seit langem bestehenden Vereinbarungen im Suchmaschinengeschäft und im Werbebereich zu erhalten. Microsoft lehnte eine Stellungnahme ab.

Angesichts der Dominanz der Rivalen Google und Facebook ist Yahoo immer weiter ins Hintertreffen geraten. Der Internet-Konzern wollte ursprünglich Anfang 2016 die milliardenschwere Beteiligung an Alibaba abstoßen und den Erlös an seine Aktionäre ausschütten. Doch es blieb unklar, ob die Transaktion steuerfrei bleibt. Deshalb wird stattdessen über eine Ausgründung des Kerngeschäfts nachgedacht und zudem stellte sich Yahoo zum Verkauf. Yahoo war zuletzt an der Börse gut 33 Milliarden Dollar wert – doch den Großteil davon macht die Alibaba-Beteiligung aus. (dpa/rtr)