Berlin –

Süßwarenindustrie leidet unter schlechter Nussernte

Berlin.  Schlechte Ernten bei Kakao, Nüssen und Mandeln bereiten der deutschen Süßwarenindustrie Schwierigkeiten. „Die Rohstoffsituation ist weiterhin angespannt“, sagte Stephan Nießner, der Vorsitzende des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie, am Donnerstag in Berlin.

Kakao verteuerte sich demnach wegen Trockenheit in Ghana im vergangenen Jahr verglichen mit 2014 um ein Fünftel, Haselnüsse wegen Frost während der Blütezeit in der Türkei um knapp die Hälfte. Trockenheit in Kalifornien führte bei Mandeln zu einem Preisanstieg von 42 Prozent. Die Verkaufspreise entsprechend zu erhöhen, sei angesichts der Marktmacht großer Handelsketten kaum möglich.

Nach einer Stagnation im vergangenen Jahr rechnet die Branche auch in diesem Jahr nicht mit höheren Produktionsmengen. „Der deutsche Markt ist gesättigt“, sagte Nießner. Etwa die Hälfte der Produktion geht inzwischen in den Export, vor allem in europäische Länder. Im vergangenen Jahr setzte die deutsche Süßwarenindustrie rund 12,58 Milliarden Euro um, ein Plus von 2,6 Prozent. Das sei vor allem auf die Rohstoffpreise zurückzuführen, sagte Nießner.

670 Kilogramm Lebensmittel verzehrt jeder Bundesbürger durchschnittlich im Jahr, 32,5 Kilogramm davon sind Süßigkeiten und Knabbereien. Schokoladen liegen dabei vor Keksen und anderem Gebäck, gefolgt von Bonbons, Lakritze und anderen Zuckerwaren. Dann kommt das Speiseeis vor Knabberartikeln und der Nuss-Nougat-Creme.