Wiesbaden –

Leichte Annäherung bei Verdiensten von Männern und Frauen

Wiesbaden. Nach der Einführung des Mindestlohns hat sich die Kluft bei den Verdiensten von Männern und Frauen etwas verringert. Arbeitnehmerinnen kamen auf durchschnittlich 16,20 Euro brutto je Stunde, das waren 21 Prozent weniger als Männer (20,59 Euro) verdienen. Im Jahr zuvor hatte der Abstand noch 22 Prozent betragen, wie das Statistische Bundesamt meldete. Ein Grund könne die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro je Stunde zum 1. Januar 2015 sein, hieß es. So fuße der stärkere Anstieg der Stundenverdienste von Frauen 2015 vor allem auf hohe Zuwächse bei den vom Mindestlohn betroffenen ungelernten und angelernten Arbeitnehmerinnen.

Besonders weit geht die Schere nach wie vor in Westdeutschland auseinander, wo der Verdienstunterschied unverändert bei 23 Prozent lag. In den neuen Ländern waren es acht Prozent. Besonders kräftig stiegen nach dem Start des Mindestlohns die Verdienste der ungelernten (plus 8,9 Prozent) und angelernten Arbeitnehmerinnen (plus 7,2 Prozent) im Osten. Bei vergleichbarer Tätigkeit und gleicher Qualifikation verdienten Frauen 2010 pro Stunde sieben Prozent weniger als Männer.

Bei der Rente falle die Kluft zwischen Männern und Frauen weit tiefer aus, berichtete die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung. Bei gesetzlicher Rente, privater Vorsorge und Betriebsrenten lag demnach 2011 der „Gender Pension Gap“ bei 57 Prozent. Im Osten, wo Frauen häufiger berufstätig sind, falle die Kluft mit 35 Prozent kleiner aus als im Westen mit 61 Prozent.