Konsum

Konsum gestiegen: Wofür die Deutschen mehr Geld ausgeben

Der private Konsum hat im vergangenen Jahr deutlich zugelegt. Vor allem Gaststätten und Hotels profitieren von der Ausgabefreude.

Der Einzelhandel hat im vergangenen Jahr von der Kauflust der Deutschen profitiert.

Der Einzelhandel hat im vergangenen Jahr von der Kauflust der Deutschen profitiert.

Foto: Robert Schlesinger / dpa

Wiesbaden.  Was viele Einzelhändler im vergangenen Jahr bereits gespürt haben, ist jetzt amtlich bestätigt: Die Deutschen haben deutlich mehr Geld ausgegeben als ein Jahr zuvor. Insgesamt waren es 1,54 Billionen Euro, 2,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Wird die Inflation herausgerechnet betrug das Plus noch 1,9 Prozent – der höchste Wert seit 2000, als die Deutschen 2,0 Prozent mehr für Möbel, Wohnung und Essen ausgaben, wie das Statistische Bundesamt meldete.

Lust auf Geldausgeben machte vor allem, dass viele Menschen mehr Geld zur Verfügung hatten. So sank die Zahl der Arbeitslosen, zudem gab es in vielen Branchen deutliche Lohnerhöhung. Wegen der extrem niedrigen Sparzinsen von knapp über null Prozent lohnte es für viele auch nicht, das Geld zu sparen – vor allem wenn sie Aktien und andere derartige Anlagen als zu risikoreich ansahen. Auch profitierten die Verbraucher von den kaum steigenden Energiepreisen – für Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe gaben die Deutschen rund 370 Milliarden Euro aus, nur 1,1 Prozent mehr aus, ein geringes Plus im Vergleich zu anderen Bereichen.

Ampelkennzeichnung auf Lebensmitteln umstritten

So profitierten Gaststätten, Pensionen und Hotels von der neuen Konsumfreude am meisten. Dort gaben die Deutschen sechs Prozent mehr Geld aus als ein Jahr zuvor. Insgesamt waren es 84 Milliarden Euro. Auch für neue Möbel hatten die Verbraucher im vergangenen Jahr mehr Geld übrig. Für 104 Milliarden Euro richteten sie sich neu ein, ein Plus von 3,4 Prozent.

Auch für Lebensmittel gaben die Deutschen mit rund 209 Milliarden Euro deutlich mehr aus. Über die Qualität der Produkte sagt das freilich nichts – das Plus von 3,3 Prozent kann dadurch zustande kommen, dass schlichtweg mehr gekauft wurde oder deutlich teurere Produkte.

Landwirtschaftsminister gegen Ampelkennzeichnung

Über die Auszeichnung von Lebensmitteln wird derweil noch gestritten. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) lehnt die sogenannte Ampelkennzeichnug strikt ab. Dabei wird der Anteil von bestimmten Inhaltsstoffen wie Fett und Zucker über farbige Felder in grün, gelb und rot gekennzeichnet. Das sei eine unzulässige Vereinfachung, sagte er. „Ein Orangensaft wäre zum Beispiel, was den Zuckergehalt angeht ,rot’, eine Diät-Limonade ,grün’“, sagte der Politiker. Transparenz und Information seien kein Selbstzweck. Die verbraucherpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Elvira Drobinski-Weiß, zeigte sich erstaunt über die Kritik an der Nährwertampel. Sie sagte: „Nur die Ampel macht die Produkte auf einen Blick vergleichbar.“ (mit dpa)