Berlin –

Firma Solaris aus Berlin erhält Banklizenz

Unternehmen bietet Plattform für Finanzgeschäfte

Berlin.  Neuer Angriff der Technologieszene auf die traditionelle Bankenwelt: Der Berliner Unternehmensentwickler FinLeap hat mit der SolarisBank die erste Banking-Plattform für die digitale Wirtschaft entwickelt. Jetzt hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) der SolarisBank eine Vollbanklizenz erteilt. Damit ist sie berechtigt, wie jedes andere Institut auch Geld entgegenzunehmen und Kredite zu gewähren. Die Bafin ist die oberste Aufsicht über 1780 Banken, 676 Finanzdienstleistungsinstitute, 573 Versicherungsunternehmen und 31 Pensionsfonds sowie über 6000 inländische Fonds und rund 260 Kapitalverwaltungsgesellschaften in Deutschland.

Die Solaris-Bank schließt eine Lücke, die in der Welt der digitalen Finanzdienstleister klaffte. Denn Online-Marktplätze, E-Commerce- und Fintech-Unternehmen haben in der Regel keine Vollbanklizenz und sind deshalb auf die enge Zusammenarbeit mit zugelassenen Banken angewiesen. Die Solaris-Bank will es digitalen Unternehmen als Internetplattform erlauben, Banking-Lösungen für ihre speziellen Bedürfnisse wie aus einem Baukasten heraus zu entwickeln.

Die Rolle von FinLeap war es, das Unternehmerteam zusammenzuführen, das notwendige Startkapital bereitzustellen und die Aufbauphase der Solaris-Bank zu begleiten. Der Unternehmensentwickler investiert seinen Portfoliofirmen zwischen 0,5 bis fünf Millionen Euro und öffnet das Netzwerk zu weiteren Investoren. Hinter FinLeap stehen die Gründer des Berliner Werbevermarkters Hitfox, Jan Beckers und Hendrik Krawinkel, sowie Ramin Niroumand, der früher für die Deutsche Kreditbank (DKB) tätig war, und der Investmentbanker Marco Neuhaus. Bislang sind mit FinLeap Unternehmen wie der Festgeldmarktplatz Savedo, das Internetpfandhaus Valendo, der Kontowechselservice ­Fin­Reach, der Bezahldienstleister BillFront und das Inkassounternehmen Pair an den Start gegangen.

„Die deutsche Digitalwirtschaft wird bislang von traditionellen Banken nicht ausreichend unterstützt“, sagt Solaris-Bankvorstand Marko Wenthin, der früher für die Deutsche Bank und die Deutsche Handelsbank tätig war. Jan Beckers sieht große Potenziale für das neue Institut: „Zukünftig werden fast alle großen Internetunternehmen auf digitale Banking-Lösungen angewiesen sein, um ihre Produktpalette zu erweitern“.