Berlin –

Mittelstand tut sich schwer mit der Digitalisierung

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Berlin.  Jeder dritte Mittelständler in Deutschland scheitert laut einer Studie bei dem Versuch, stärker auf den Trend der Digitalisierung zu setzen. Die größten Hemmschuhe sind demnach zu kleine Budgets, Fachkräftemangel oder fehlendes Wissen im eigenen Betrieb.

Ausgerechnet kleine Mittelständler gerieten bei Online-Bezahlsystemen, der Kundenbetreuung per Smartphone-App oder intelligenter Logistik und Produktion ins Hintertreffen, so der Beratungskonzern EY. Das Unternehmen analysierte etwa 3000 Betriebe.

Die gute Konjunktur überdecke das Problem derzeit noch, sagte EY-Partner und Studienleiter Peter Englisch. „Wenn die Zeiten schlechter werden, wird sich die Spreu vom Weizen trennen, und Unternehmen mit konsequenter Digitalisierungsstrategie werden einen Vorteil im Wettbewerb haben“, warnte er. Während Dienstleister und Handel schon heute verstärkt auf die Digitalisierung setzten, liefen die Industrie sowie der Bau- und Energiebereich meist noch hinterher.

Generell scheint der Einzug digitaler Technologien in den deutschen Mittelstand nicht mehr aufzuhalten. Bei gut jedem zweiten Unternehmen (54 Prozent) spielen digitale Technologien bereits eine große oder mittelgroße Rolle für das Geschäftsmodell. Jedoch gibt immerhin noch jedes fünfte Unternehmen an, dass sie gar keine Rolle spielten. Das wird sich ändern.

„Deutschland ist ein Hochtechnologie-Standort, der von der Innovation lebt“, sagt Englisch. Beispiele für digitale Revolution gibt es längst: Uber mischt die Taxibranche auf, AirBnB lehrt Hoteliers das Fürchten und Fließbänder vernetzen sich mit den Bauteilen. Aber auch die Analyse von gegnerischen Mannschaften per Software ist für die deutsche Fußballnationalmannschaft schon Alltag.

Gut jedes dritte Unternehmen (35 Prozent) geht laut der Studie davon aus, dass die Bedeutung der Digitalisierung in den nächsten fünf Jahren deutlich zunehmen wird. 39 Prozent erwarten immerhin noch ein leichtes Plus. Laut Fachmann Englisch hat es die Energiebranche besonders schwer, die sich nach dem Atomausstieg, der Energiewende und dem Rückbau von Kraftwerken neu sortiert.