Troisdorf –

Deutsche Post trotz Amazons Paketplänen sehr optimistisch

Troisdorf.  Die Deutsche Post sieht sich für einen Angriff des Onlinehändlers Amazon in ihrem angestammten Paketgeschäft gerüstet. Es sei schön, wenn sich Unternehmen für den Markt der Post interessierten – „dies zeigt, wie attraktiv er ist“, sagte Konzernchef Frank Appel am Mittwoch in Troisdorf bei Bonn. Der Konzern habe alle Szenarien durchgespielt und bekräftige seine Ziele bis 2020. Allein in diesem Jahr will Appel das operative Ergebnis um mindestens eine Milliarde Euro auf 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro steigern.

Amazon, in Deutschland bisher Großkunde der Post, betreibt bei München ein erstes Paketzentrum und prüft, weitere zu eröffnen. Post-Vorstand Jürgen Gerdes sagte, ein Abzug von Paketmengen beschädige das Geschäft der Post, doch werde dies nicht nachhaltig sein. „Wir haben eine große Maschinerie mit vielen, vielen Kunden.“ Zudem sei davon auszugehen, dass auch Amazon weiter zu den Post-Kunden zählen werde. Zuversichtlich stimmt den Konzern, dass der deutsche Paketmarkt wächst. Hatte er 2010 der Post zufolge noch ein Volumen von 6,8 Milliarden Euro, waren es 2015 bereits 9,5 Milliarden Euro. Auf die Post entfiel ein Anteil von 44 Prozent.

2015 litt der Konzern noch unter den Problemen in der Frachtsparte: Der Überschuss brach um 25 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro ein. Der Umsatz stieg um 4,6 Prozent auf 59,2 Milliarden Euro. Die Dividende soll unverändert 0,85 Euro betragen. Zudem will die Post eigene Aktien für bis zu einer Milliarde Euro kaufen.