Frankfurt/Main –

Bankenverband gründet für Krisen eigene „Bad Bank“

Frankfurt/Main.  Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) rüstet sich für mögliche Krisenfälle mit einer eigenen „Bad Bank“. Offiziell heißt das Institut Einlagensicherungs- und Treuhandgesellschaft (EIS). Die EIS geht mit einem Eigenkapital von 25 Millionen Euro an den Start. Das Institut kann bei einer absehbaren Schieflage einer Geschäftsbank Problemportfolios übernehmen und als „Bad Bank“, als Abladehalde, agieren. Wenn gar nichts mehr geht, steht die geordnete Abwicklung eines Geldhauses auf der Agenda. Und in Zukunft könnte die EIS auch Zahlungen für Geschädigte übernehmen.

Den Begriff „Bad Bank“ mag man beim BdB allerdings nicht. Denn es gehe nicht darum, in den Wettbewerb einzugreifen, stellte Dirk Cupei, Bereichsleiter für Finanzmarktstabilität, klar: „Die Bank hat nicht die Aufgabe, jedes in Schieflage geratene Institut zu stabilisieren.“ Grundsätzlich müsse ein Institut auch aus dem Markt ausscheiden können. Die EIS ist auch nicht dafür gedacht, dass Geschäftsbanken die milliardenschweren Bestände ihrer eigenen internen „Bad Banks“ beim BdB abladen. Deutsche Bank und Commerzbank beispielsweise haben seit der Finanzkrise solche konzerneigenen Abbau-Einheiten, in der faule Wertpapiere und nicht-strategische Geschäfte lagern. Damit sollte in der Bilanz mehr Transparenz für die Investoren geschaffen werden, was eigentlich noch Kerngeschäft ist. Die Commerzbank kam mit dem Abbau ihrer Altlasten so schnell voran, dass sie ihre interne „Bad Bank“ bald wieder auflösen will.