Frankfurt/Main –

Martin Zielke wird Chef der Commerzbank

Der 53-Jährige folgt auf Vorstand Martin Blessing

Frankfurt/Main.  Als Martin Blessing Ende 2015 überraschend seinen Rückzug als Commerzbank-Chef ankündigt, räumen viele Beobachter Martin Zielke nur Außenseiterchancen auf den Posten ein. Doch die hat der 53-Jährige eindrucksvoll genutzt. Am Sonntag hat der Aufsichtsrat den Nordhessen zum neuen Vorstandsvorsitzenden von Deutschlands zweitgrößtem Geldhaus berufen. Zielke stammt aus der Kleinstadt Hofgeismar bei Kassel. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sein gesamtes Berufsleben verbrachte der Diplom-Kaufmann in der deutschen Bankenbranche: Nach der Ausbildung bei der Deutschen Bank und dem BWL-Studium in Göttingen arbeitete er für die Dresdner Bank, die Deutsche Bank 24 und die Deutsche Hyp.

Im Jahr 2002 wechselte Zielke zur Commerzbank. Dort kümmerte er sich erst um Privat- und Firmenkunden, dann um den Staats- und Immobilienfinanzierer Eurohypo und die Konzernfinanzen. Im November 2010 zog er als Nachfolger des glücklosen Achim Kassow als Privatkunden-Chef in den Commerzbank-Vorstand ein.

Seine erste Aufgabe: die Filialnetze von Dresdner Bank und Commerzbank zusammenlegen, 400 Filialen fielen weg. Zielke machte die IT wieder konkurrenzfähig. Zudem setzte er stärker auf Baufinanzierung, vermögende Kunden und Wertpapiergeschäfte.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: In den vergangenen drei Jahren gewann die Commerzbank mehr als 800.000 Privatkunden. Der operative Gewinn der Sparte, bei Zielkes Antritt praktisch Null, schnellte auf 750 Millionen Euro. Das für 2016 ausgegebene Ziel von einer halben Milliarde Euro hat er damit frühzeitig übererfüllt – und gute Argumente gesammelt, ihm ab Mai die Führung der Bank zu übertragen.