Hannover –

Continental will mit Roboterautos durchstarten

Hannover.  Continental will das Geschäft mit der Digitalisierung und selbstfahrenden Autos ausbauen. „Wir wollen in diesem Jahr die Chancen erschließen, die sich uns durch neue, digitale Mobilitätskonzepte eröffnen“, kündigte Vorstandschef Elmar Degenhart am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz 2015 an. Elektronik, Sensorik und Software trügen bereits heute fast zwei Drittel zum Umsatz der Autosparte bei. Dieser Anteil solle ausgebaut werden. Er könne sich Zukäufe vorstellen.

Finanzvorstand Wolfgang Schäfer ergänzte, der Konzern könne für Zukäufe zwischen zwei und drei Milliarden Euro ausgegeben. Derzeit würden jedoch keine Gespräche mit Unternehmen geführt.

Erstmals trat der Vorstand zur Bilanzvorlage ohne Krawatte an. „Wir passen uns den Gegebenheiten der Industrie an“, sagte Degenhart. Die junge Generation habe andere Ansprüche.

Und auf die junge Generation setzt Conti. Das Unternehmen ist in den vergangenen Jahren zu einem Technologieunternehmen herangewachsen, das mit 13.000 Softwareentwicklern in der Liga von US-Giganten wie Apple und Google mitspielen kann. Die Elektronik übernimmt in den Autos immer mehr Aufgaben, davon profitiert auch der Zulieferer aus Hannover. Gleichzeitig hält die Firma an ihrem Reifengeschäft fest, weil dies ein stabiler Gewinnbringer ist.

2015 setzte Conti 39,2 Milliarden Euro um, ein Plus von 14 Prozent. Der Nettogewinn stieg um 14,8 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Die Dividende soll um 50 Cent auf 3,75 Euro je Aktie erhöht werden.