New York/Berlin

Reich, reicher, Bill Gates

Microsoft-Gründer führt Rangliste der Milliardäre an. Donald Trump ist erzürnt über Platz 324

New York/Berlin.  Er ist auf der Liste. Und sogar weiter oben als im vergangenen Jahr. Donald Trump. Was hat der Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner nicht gegen die alljährliche Liste des US-Magazins „Forbes“ geätzt. Sie zeigt regelmäßig, wer zu den reichsten Menschen dieser Welt gehört und wer eben nicht. Donald Trump stört die Liste enorm: „Sie versuchen, mich so arm wie möglich zu machen“, wetterte er. „Alles was ich sagen kann ist: ‚Forbes‘ ist ein bankrottes Magazin. Sie wissen nicht, wovon sie reden.“

Dieses Magazin gab am Dienstag bekannt, hinter wem sich Trump alles so einzureihen hat. Er landete immerhin auf Platz 324 mit 4,5 Milliarden Dollar (4,15 Milliarden Euro), im vergangenen Jahr belegte er Platz 405 mit dem gleichen Betrag. Doch das ist für Donald Trump nicht gut genug. Er sei über zehn Milliarden Dollar schwer, ließ der 69-Jährige vorab über seine Pressestelle ausrichten.

Das Magazin indes lässt das nicht auf sich sitzen und erklärt in einem kleinen Text zu Trump: „Trump behauptete im Herbst sein Vermögen betrage zehn Milliarden – drei Milliarden sei allein seine Marke wert. Aber er gab gegenüber ,Forbes’ auch zu, dass das Magazin sein Vermögen in den frühen Jahren der Liste zu hoch geschätzt habe – und ihm das im Gegenzug geholfen habe, seine Finanzierungen zu sichern.“

Was stimme sei, dass der Wert der Marke Trump nicht berechnet worden sei. „Wir berücksichtigen Markenwerte erst, wenn ein Weg gefunden wurde, sie auch wirklich zu Geld zu machen“, sagte ein Redakteur des Magazins. Abgesehen davon, dass sich über die Qualität von Namen streiten lässt, sieht es auch die Konkurrenz so: Der Finanzdienst Bloomberg taxierte Trump im vergangenen Jahr lediglich auf 2,9 Milliarden Dollar.

An seinem zentralen Argument, im Gegensatz zu anderen Präsidentschaftsanwärtern nicht von Großkonzernen und der Wall Street abhängig zu sein, rütteln die „Forbes“-Zahlen ohnehin nicht. Dafür reicht Trumps Geld allemal. Für seinen Wahlkampf soll er „Forbes“ zufolge bisher 18 Millionen Dollar ausgegeben haben.

Die Aufsteiger des Jahres: Mark Zuckerberg und Jeff Bezos

Jemand wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg, 31 Jahre jung, kann über eine Platzierung wie die von Trump sicherlich nur müde gähnen. Er gehört in diesem Jahr zu den größten Gewinnern. Zuckerbergs Vermögen ist im Vergleich zum Vorjahr um 11,2 auf nun 44,6 Milliarden Dollar gestiegen – damit verbesserte er sich um zehn Plätze. Auch Amazon-Chef Jeff Bezos, 52, zählt in diesem Jahr zu den Überfliegern. Sein Vermögen nahm um 10,4 auf 45,2 Milliarden zu, was ihm einen Sprung von Rang 15 auf fünf bescherte. Damit schafften es Bezos und Zuckerberg erstmals in die Top Ten.

Der Reichste unter den Superreichen bleibt aber Microsoft-Mitgründer Bill Gates, 60. Sein Vermögen wird auf 75 Milliarden Dollar geschätzt. Damit schrumpfte Gates’ Reichtum zwar um 4,2 Milliarden Dollar, dennoch reichte es, um den Spitzenplatz in der Liste zu behaupten, die er in 17 der vergangenen 22 Jahre anführte.

Auf Platz zwei schob sich Amancio Ortega, 79, Eigner der Modekette Zara, vor. Er erhöhte sein Vermögen um 2,5 auf 67 Milliarden Dollar. Dahinter folgen mit 60,8 und 50 Milliarden Dollar der US-Starinvestor Warren Buffett, 85, und der um zwei Plätze abgerutschte mexikanische Telekom-Tycoon Carlos Slim Helú, 76. Beide büßten deutlich ein, mit einem Rückgang um 27,1 Milliarden war Slim der größte Verlierer unter den Superreichen.

Insgesamt zählte „Forbes“ 1810 Milliardäre, nach 1826 im Vorjahr. Das Gesamtvermögen aller Superreichen schrumpfte von 7,05 auf 6,48 Billionen Dollar. Die Anzahl der Frauen im Ranking sank zum Vorjahr von 197 auf 190.

Es gab 198 Newcomer in der Liste. Mit 70 neuen Milliardären kommen die meisten davon aus China. 32 Amerikaner und 28 Deutsche kamen dazu. Insgesamt listet „Forbes“ 120 Milliardäre aus Deutschland auf, nur die USA und China haben mehr.

Die reichsten Deutschen sind der Liste zufolge Beate Heister und Karl Albrecht Junior. Die Erben von Aldi-Gründer Karl Albrecht kommen mit einem Vermögen von 21 Milliarden Dollar auf Rang 21. Auf Platz 34 folgt ein anderer Aldi-Erbe, Theo Albrecht Junior, mit 20,3 Milliarden Dollar. Auf Platz 38 landete Susanne Klatten, 53, mit 18,9 Milliarden Dollar Deutschlands reichste Frau. Sie ist unter anderem am Autohersteller BMW beteiligt. Auf Rang 39: Georg Schaeffler, Miteigentümer des gleichnamigen Autozulieferers, mit 18,1 Milliarden Dollar. Lidl-Gründer Dieter Schwarz erreichte mit 16,4 Milliarden Dollar Rang 46, Klattens Bruder Stefan Quandt mit 15,6 Milliarden Dollar Rang 48.

Das einmal jährlich in der Printausgabe, aber laufend im „Forbes“-Onlineportal aktualisierte Ranking basiert auf Schätzungen der Redaktion. 50 Reporter recherchieren dazu. Vermögenswerte wie Aktien, Immobilien, Kunstgegenstände oder auch Luxusgüter wie Jachten werden bewertet. Die Zahlen erheben keinen Anspruch auf volle Genauigkeit, weil die meisten Informationen aus öffentlichen Quellen stammen und nicht alle Reichen darüber hinaus zu Auskünften bereit sind.