Wirtschaft

Coca Cola baut in Berliner Abfüllwerk 140 Arbeitsplätze ab

Coca Cola verlagert seine Berliner Produktion in andere Werke. Nur 75 Stellen in der Logistik sollen erhalten bleiben.

Tausende Coca-Cola-Flaschen laufen in  Hohenschönhausen täglich über die Bänder

Tausende Coca-Cola-Flaschen laufen in Hohenschönhausen täglich über die Bänder

Foto: Peer Grimm / picture-alliance / ZB

Berlin.  Coca Cola plant seine Abfüllanlage in Hohenschönhausen zum 1. Juli 2016 zu schließen. Wie das Unternehmen mitteilt, werden dadurch 140 Stellen wegfallen. Das Unternehmen will die Getränkeproduktion aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit an wenigen Standorten konzentrieren, die über mehr Abfüll-Linien und eine höhere Leistungsfähigkeit als die Berliner Anlage verfügen. Aktuell arbeiten 247 Mitarbeiter am Standort.

Bestandsschutz genießt hingegen die Logistik: Dieser Bereich mit 75 Arbeitsplätzen soll erhalten bleiben. Von Hohenschönhausen aus soll künftig ein Großteil des Vertriebs für den Großraum Berlin/Brandenburg erfolgen. Nicht betroffen von den Veränderungen sind die rund 350 Mitarbeiter in den nationalen Zentralfunktionen wie das Business Center für Finanzen und Personal, die ebenfalls am Standort Höhenschönhausen ansässig sind.

Coca Cola reagiert auf Marktentwicklung

„Wir müssen auf die Marktentwicklung reagieren“, lässt sich Mario Hochheim, Geschäftsleiter Coca-Cola Ost in einer Mitteilung des Unternehmens zitieren. „Für uns ist es sehr wichtig, die geplanten Veränderungen sozial verantwortungsvoll umzusetzen.“ Die Coca-Cola Erfrischungsgetränke GmbH stellt den betroffenen Beschäftigten laut der Mitteilung „wo immer möglich, alternative Stellen an anderen Standorten in Aussicht“. Außerdem gebe es die Option von Altersteilzeitverträgen. „Wenn das nicht möglich ist, bietet das Unternehmen Abfindungszahlungen an, die deutlich über dem üblichen Maß liegen“, versichert die Firma. Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern starten in den nächsten Tagen.

Die Coca-Cola Erfrischungsgetränke GmbH (CCEG) bezeichnet sich als das größte deutsche Getränkeunternehmen und berichtet über ein Absatzvolumen von knapp 3,9 Milliarden Litern im vergangenen Jahr. Als Konzessionär der The Coca-Cola Company (Atlanta, USA) ist sie für die Abfüllung sowie den Verkauf und Vertrieb von Coca-Cola Markenprodukten in Deutschland verantwortlich. Die CCEG betreut 400.000 Handels- und Gastronomiekunden und beschäftigt insgesamt rund 9500 Mitarbeiter. Die Abfüllung der Getränke erfolgt an 20 Produktionsbetrieben.

Schon früher Angst vor Stellenabbau

Bereits 2006 grassierte bei Coca Cola in Hohenschönhausen die Angst vor Stellenabbau. Damals wurde der Verlust von 3000 Arbeitsplätzen befürchtet. Die Produktion war gefährdet, weil dort damals vor allem Mehrwegflaschen abgefüllt wurden, die weniger gefragt waren. Damals wurden Pläne diskutiert, den Stellenabbau in der Produktion durch Erweiterungen in der Logistik zu kompensieren.

1999 hatte Coca Cola in Genshagen südlich von Berlin eine Abfüllanlage in Betrieb genommen, die bis zu 38.000 Flaschen pro Stunde füllen kann, was einer Jahreskapazität von 150 Millionen Litern entspricht. Coca Cola investierte dort 90 Millionen Mark (45 Millionen Euro).