Online-Händler

Amazon könnte bald auch in Deutschland in 90 Minuten liefern

Zustellungen noch am selben Tag reichen offenbar nicht aus: Amazon will bei der Lieferung von Paketen in Deutschland schneller werden.

Amazon will in Deutschland bald Pakete innerhalb von 90 Minuten ausliefern lassen.

Amazon will in Deutschland bald Pakete innerhalb von 90 Minuten ausliefern lassen.

Foto: MIKE SEGAR / REUTERS

Düsseldorf.  Der Online-Händler Amazon bietet schon jetzt in deutschen Großstädten die Lieferung von Paketen noch am selben Tag. Doch laut einem Medienbericht plant das Unternehmen noch schneller zu werden und sich gleichzeitig von seinen bisherigen Partnern abzugrenzen. Wie die „Wirtschaftswoche“ online berichtet, sollen in Zukunft Pakete in einer Frist von 90 Minuten beim Kunden sein.

Um diese Frist einzuhalten wolle das Unternehmen verstärkt auf Verteilerzentren nahe der Innenstädte sowie auf Kurierdienste setzen, die unter anderem mit dem Fahrrad unterwegs sind. Dem Bericht zufolge laufe in Berlin bereits ein Test des Angebots, in München und Hamburg werde mit Dienstleistern verhandelt.

In den USA ist Zwei-Stunden-Lieferung schon kostenlos

Amazon bringt mit den verkürzten Lieferzeiten das Angebot „Amazon Prime Now“ nach Deutschland, das es bereits in anderen Ländern gibt. In den USA wirbt das Unternehmen zum „President’s Day“ – dem Geburtstag von George Washington – mit einer kostenlosen Lieferung innerhalb von zwei Stunden. Wer die Lieferzeit auf eine Stunde verkürzen möchte, zahlt pro Lieferung umgerechnet etwa sieben Euro.

Bereits seit längerem gibt es Berichte darüber, dass sich Amazon von seinen Partnern bei der Paketlieferung abgrenzen möchte. Vor allem von DHL und UPS scheint sich der Händler teilweise zu trennen – vermutlich auch, weil die Paketzusteller mit ihrer Infrastruktur nicht in der Lage zu sein scheinen, Zustellzeiten im Minutenbereich zu garantieren.

Postmarkt gerät in Bewegung

Beobachter erwarten, dass Amazon mit der Einführung von „Amazon Prime Now“ den gesamten Postmarkt beleben könnte. Neben den klassischen Post- und Paketdiensten drängen auch andere Teilnehmer auf den weltweiten Markt. Vor allem Essenslieferdienste könnten in Zukunft auch Briefe oder Warensendungen zustellen. Von „Foodpanda“ mit Sitz in Berlin ist zu hören, dass das Unternehmen in asiatischen Schwellenländern neben Essen auch Einkäufe aus anderen Geschäften den Kunden bis zur Wohnungstür bringen will. Wer in der Lage sei, innerhalb von 45 Minuten ein Reisgericht oder eine Pizza zu liefern, schaffe es auch andere Produkte in dieser Zeit zuzustellen, heißt es.

Amazon geht mit „Amazon Prime Now“ im übrigen den entgegengesetzten Weg: In den US-Städten Chicago, Los Angeles, Seattle, Portland, San Diego, Austin und Baltimore kann man über den Dienst auch Essen aus Restaurants bestellen. (ac)