Essen –

Energiekonzern RWE streicht Dividende – Kommunen entsetzt

Essen.  Der schwer angeschlagene Energiekonzern RWE greift zu weiteren schmerzhaften Mitteln. Nach einem Verlust im vergangenen Jahr will der Vorstand den Großteil der Dividende streichen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Essen berichtete. Zudem kündigte RWE an, das laufende Sparprogramm im Konzern noch einmal zu verschärfen. 2016 rechnet der Vorstand mit weiteren Ergebnisrückgängen. Die Aktie stürzte dramatisch ab. In der Spitze verlor sie mehr als 14 Prozent.

Nur die Vorzugsaktionäre sollen noch eine Ausschüttung von 13 Cent je Anteilsschein bekommen. Für die Stammaktionäre soll es nichts geben. In den vergangenen beiden Jahren hatte RWE noch jeweils einen Euro pro Aktie gezahlt. Das entsprach einer Gesamtausschüttung von 615 Millionen Euro. Jetzt sollen nur fünf Millionen Euro fließen.

Der Kämmerer der Stadt Essen, Lars Martin Klieve, reagierte entsetzt auf den Vorschlag des Vorstands. „Das übertrifft meine schlimmsten Alpträume“, sagte er. Für die Stadt fielen damit gut 18 Millionen Euro eingeplante Dividendeneinnahmen weg. Die Kommunen, darunter viele finanziell klamme Ruhrgebietsstädte wie Dortmund und Bochum, halten knapp ein Viertel an RWE.

2015 hatte sich die Talfahrt des zweitgrößten deutschen Versorgers nach Eon beschleunigt. Vor allem in der konventionellen Stromerzeugung brechen die Gewinne angesichts des durch den Ökostromboom ausgelösten Verfalls der Preise im Großhandel weg. Unter dem Strich stand ein Verlust von 200 Millionen Euro.