Hildesheim –

Ende für letzten Blaupunkt-Rest in Hildesheim

Hildesheim.  Die Keimzelle des einstigen Autoradioimperiums Blaupunkt in Hildesheim wird endgültig abgewickelt. Die letzten 33 Mitarbeiter einer am Standort verblieben Sparte erhalten „in Kürze“ ihre Kündigungen, wie Insolvenzverwalter Rainer Eckert am Montag mitteilte. Der Erhalt der Jobs sei in letzter Sekunde gescheitert. Stattdessen gehe die Lizenz für das Blaupunkt-Einzelhandelsgeschäft in Europa an einen Investor, der nur noch den Lagerbestand übernehme, aber weder Mitarbeiter noch Standort. „Ich bedauere diese Entwicklung umso mehr, als eine Lösung zum Greifen nah war“, sagte Eckert.

1923 wurde das Unternehmen mit dem blauen Punkt als Ideal Radiotelefon- & Apparatefabrik GmbH Berlin gegründet. 1932 stellte es mit dem Autosuper AS 5 das erste in Europa entwickelte Autoradio vor. Das nach dem Zweiten Weltkrieg von Berlin nach Hildesheim umgezogene Unternehmen gehörte über sechs Jahrzehnte zur schwäbischen Bosch-Gruppe.

In den 1970er-Jahren beschäftigte Blaupunkt rund 13.700 Menschen, 2007 noch weltweit 8700 Mitarbeiter, davon 2300 in Hildesheim. Ende 2008 kam es zum Verkauf an einen Münchner Investor. Im vergangenen Herbst folgten Insolvenzen und der Versuch, die Unternehmensreste in Teilen zu sanieren.

Der Auslöser für die Trennung von Bosch vor gut sieben Jahren hing auch mit dem digitalen Wandel im Auto zusammen. Erstausrüsterradios für das direkte Geschäft mit den Autoherstellern entwickelten sich immer mehr zu komplexen Systemen. Sie sind mit anderen Elektroteilen vernetzt und haben nur wenig gemeinsam mit dem klassischen Autoradio, abgeschlossenen Systemen im genormten Schacht.