Kurssturz

Aktienhändler an der Frankfurter Börse sind verunsichert

Fallende Bank-Aktien schüren die Angst an den Börsen vor einer Rückkehr der Finanzkrise. Doch es gibt auch wenige positive Zeichen.

Nervöse Händler auf dem Frankfurter Parkett.

Nervöse Händler auf dem Frankfurter Parkett.

Foto: Alexander Heinl / dpa

Frankfurt/Main.  Die Erholung zur Wochenmitte war nur ein Strohfeuer. Am Donnerstag ging es mit den Kursen wieder kräftig bergab. Vor allem Bankwerte gerieten erneut unter die Räder.

Es gibt ein Wort, das Aktienhändler nur selten in den Mund nehmen. Es lautet: „Panik“. Doch wie anders als mit „Panik“ soll man den steilen Kursrutsch der vergangenen Tage erklären? „Es herrscht Verkaufspanik“, sagen Börsianer auf dem Frankfurter Parkett. Das gelte vor allem bei Banken.

Wort „Krise“ nehmen nur wenige in den Mund

Das Vertrauen ist erst einmal verloren. Anleger fürchten eine erneute Finanzkrise. Der niedrige Ölpreis belastet Förderländer und -firmen. Das könnte, so die Befürchtung, auf deren Kreditgeber ausstrahlen. Trotz eines deutlichen Gewinnsprungs im Gesamtjahr hat die französische Großbank Société Général im Schlussquartal 2015 mit ihren Zahlen enttäuscht. Analysten machen die Vorsorge für mögliche Kreditausfälle im Öl- und Gassektor dafür verantwortlich.

Das Wort „Krise“ nehmen dennoch nur wenige in den Mund. Der Präsident des Bundesverbandes der Investmentfondsgesellschaften (BVI), Holger Naumann, tat das zwar, aber ziemlich verschwurbelt und mit einem kräftigen Konjunktiv versehen: „Wir sehen eine Marktvolatilität, die darauf hindeuten würde, dass der Finanzmarkt eine Krise erwartet.“ Aber er sehe „nicht ganz, woher das kommen sollte“.

Kurskrisen von Kursgewinnen überlagert

Für Geldanleger aller Art folgt daraus, dass die Zinsen für eine eher längere als kürzere Zeit niedrig bleiben. Die Fondsgesellschaften spüren schon die Folgen. Gerade mit den Eigentümern der Spezialfonds, in die etwa Lebensversicherer, Versorgungswerke und Stiftungen größere Summen zur Vermögensverwaltung einzahlen, rede man regelmäßig. Und innerhalb der Vorgaben spüre man die Bereitschaft, so BVI-Präsident Naumann, höhere Risiken einzugehen, um die Renditeziele zu erreichen.

Dennoch mussten Lebensversicherer ihre Verzinsung senken, Anfang des Jahres auf 2,86 Prozent, immerhin 0,3 Prozentpunkte weniger als voriges Jahr. Wer etwas Sicheres will, kann zu Bundesanleihen greifen. Die weisen jedoch bis zu Laufzeiten ins Jahr 2024 hinein negative Renditen auf: Sie sind so begehrt, also so teuer, dass die Zinszahlungen des Bundes den Kursaufschlag nicht ausgleichen können.

Der beste Rat ist wohl die Erfahrung, dass auf lange Sicht selbst Kurskrisen am Aktienmarkt wie zur Jahrtausendwende zwar noch sichtbar sind. Aber sie werden auf lange Sicht von Kursgewinnen nach wie vor deutlich überlagert.