Berlin –

Berliner Streamingdienst SoundCloud macht hohe Verluste

Hohe Wachstumskosten: 39 Millionen Euro im Minus

Berlin.  Das schnelle Wachstum und ein fehlendes Geschäftsmodell verhagelt dem Musikstreamingdienst SoundCloud die Bilanz. SoundCloud hat jetzt für 2014 einen Verlust von 39,141 Millionen Euro gemeldet. Das geht aus der Bilanz hervor, die das in London registrierte Unternehmen auf der Internetseite des britischen Handelsregisters Companies House veröffentlicht hat.

Wie aus den Zahlen hervorgeht, ist der Verlust des in der Berliner Factory ansässigen Unternehmens deutlich gestiegen. Für 2013 hatte SoundCloud einen Verlust von 23,1 Millionen Euro gemeldet. Im gleichen Zeitraum stiegen die Einnahmen von 11,3 auf 17,4 Millionen Euro. Die Bruttogewinnmarge wird mit 50 Prozent angegeben.

Die Haupteinnahmequelle der Plattform waren im Berichtsjahr Gebühren, die Musikanbieter für besondere Dienstleistungen wie erhöhte Datenvolumina im Premium-Abo zahlen. Hinzu kommen Werbeeinnahmen aus den USA, an denen SoundCloud die Musikanbieter beteiligt. SoundCloud, das im Jahr 2008 gegründet wurde, erklärt seine hohen Verluste mit den Kosten für das Wachstum der Plattform. Das habe Investitionen in Technologie, Personal und Marketing erfordert. SoundCloud hat inzwischen 175 Millionen Nutzer – deutlich mehr als der Musikstreamingdienst Spotify. Die Zahl der Mitarbeiter betrug Ende 2014 insgesamt 288 – in den vier Niederlassungen Berlin, London, New York und San Francisco. Die Personalkosten beliefen sich auf 24,6 Millionen Euro (2013: 16,4 Millionen Euro).

SoundCloud bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, Sound jeder Art auf der Internetplattform zu veröffentlichen. Hier bewegt sich das Unternehmen in einer harten Konkurrenz zu anderen Diensten wie YouTube, Spotify, Apple und Amazon. Bis heute ist es dem Dienst nicht gelungen, die vier großen Labels auf SoundCloud bereitzustellen. Zuletzt hat SoundCloud Deals mit Universal und Warner abgeschlossen.

SoundCloud hat dem Branchendienst CrunchBase zufolge bislang Wagniskapital in Höhe von etwa 120 Millionen Dollar in vier Runden erhalten – wobei das Volumen der fünften Runde vom Juli 2014 nicht bekannt gegeben wurde. Hinzu kommt ein Kredit über 35 Millionen Dollar, den das Unternehmen im Januar 2016 gemeldet hat. Dieser Kredit und der Abbau von Personal im vergangenen Jahr hat SoundCloud vor Schlimmerem bewahrt.