Berlin –

Strompreisrückgang sorgt bei Vattenfall für hohe Verluste

Berlin.  Niedrige Strompreise im Großhandel und hohe Überkapazitäten haben beim schwedischen Energiekonzern Vattenfall auch im vergangenen Jahr zu roten Zahlen geführt. Der Verlust nach Steuern lag mit rund 19,8 Milliarden Kronen (2,1 Milliarden Euro) mehr als doppelt so hoch wie 2014, teilte der Konzern mit. Der Umsatz sank leicht von knapp 166 auf 164,5 Milliarden Kronen (17,6 Milliarden Euro).

Vattenfall hat mit geringeren Vermögenswerten zu kämpfen. „Die deutsche Entscheidung, die CO2-Emissionen langfristig zu mindern, hat den Wert unseres Braunkohlevermögens einem Risiko ausgesetzt“, sagte Konzernchef Magnus Hall. Das habe eine Wertminderung zur Folge gehabt. Seit Herbst 2015 stehen Kohlegruben und Kraftwerke in Sachsen und Brandenburg zum Verkauf. Der Staatskonzern will künftig keinen Strom mehr aus klimaschädlicher Braunkohle produzieren.

In Schweden legt Vattenfall zwei Atomkraftwerke früher als geplant still. Die notwendigen Investitionen in die Sicherheit hätten eine profitable Stromerzeugung unwahrscheinlich gemacht, sagte Hall. Insgesamt führt der Ökostromboom branchenweit dazu, dass sich viele konventionelle Anlagen auch bei der Kohle- und Gaskraft kaum noch wirtschaftlich betreiben lassen. Der Unternehmenschef kündigte an, dass man den Sparkurs auch 2016 fortsetzen werde. Parallel sollen die erneuerbaren Energien ausgebaut werden. Ende 2015 hatten die Schweden angekündigt, bis 2020 weitere 5,5 Milliarden Euro in die Windenergie zu investieren.