München –

Kleine Arbeitsecke ist steuerlich nicht absetzbar

Heute im Homeoffice, morgen in der Firma: Für viele Arbeitnehmer in Deutschland gehört die regelmäßige Arbeit von zu Hause zum Alltag. In der Steuererklärung können die Kosten für den häuslichen Arbeitsplatz aber meistens nicht geltend gemacht werden. Hoffnung auf eine Lockerung der strengen Regeln hat der Bundesfinanzhof in München zerschlagen: In einer Grundsatzentscheidung stellte das höchste deutsche Steuergericht klar, dass Arbeitsecken oder zeitweise genutzte Arbeitszimmer steuerlich nicht anerkannt werden (GrS 1/14). Geklagt hatte ein Immobilienbesitzer, der sein Arbeitszimmer in Teilen privat nutzte.

Das Finanzamt kann schon deshalb nicht an den Kosten eines Teilzeit-Arbeitszimmers beteiligt werden, weil sich nach Ansicht der Richter kaum überprüfen lässt, wie viel Zeit der Arbeitnehmer tatsächlich in dem Raum arbeitet. Diskutiert haben die Juristen auch über ein Zeitenbuch, in dem der Steuerzahler seine Anwesenheit im häuslichen Arbeitszimmer dokumentiert. Sie sahen darin aber kein geeignetes Mittel, weil sich die Zeiten nicht nachprüfen ließen.

Das Arbeitszimmer sollte wie ein Büro eingerichtet sein – mit Stuhl und Schreibtisch. Strittig ist, was die „nahezu ausschließliche berufliche Nutzung“ bedeutet. Darf in dem Raum ein Bügelbrett stehen? Für Juristen kommt es auf den Einzelfall an: Wenn die Wäsche dort täglich gebügelt wird, ist das nicht akzeptabel. Bei einer Bügelstunde pro Monat eventuell aber schon.