Frankfurt/Main –

Vonovia kommt bei Deutsche Wohnen nicht recht zum Zug

Übernahmeplan stockt. Investoren halten sich zurück

Frankfurt/Main.  Die Übernahmeschlacht auf dem Immobilienmarkt geht in die Verlängerung: Vonovia, Deutschlands größter Wohnungskonzern, konnte bislang nicht genug Aktionäre der Berliner Rivalin Deutsche Wohnen, Nummer zwei im deutschen Markt, von einem Zusammengehen der beiden Unternehmen überzeugen. Nun senkt Vonovia die Annahmequote von 51 auf 44 Prozent der Deutsche-Wohnen-Anteile und gibt den Investoren zwei weitere Wochen Zeit, sich zu entscheiden. Vonovia bezeichnete den Schritt als Vorsichtsmaßnahme, um das Geschäft im unberechenbaren Markt durchzuboxen.

Nach Ansicht von Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn ist das Manöver nur dazu gedacht, die Fusion gegen den Willen der Anlegermehrheit zu erzwingen. „Dieses Angebot ist und bleibt wertzerstörend für alle Aktionäre der Deutsche Wohnen“, hieß es. Der Vorstand will seine wichtigsten Investoren noch einmal gezielt ansprechen, um für eine Zukunft in Eigenständigkeit zu werben.

Deutsche Wohnen hatte 2013 die Berliner GSW übernommen. Ein Kauf der LEG Wohnimmobilien aus Düsseldorf, Nummer drei im deutschen Markt, scheiterte im September 2015. Deutsche Wohnen gehören mehrere Wohnsiedlungen mit Unesco-Weltkulturerbe-Status, etwa die Hufeisensiedlung in Britz und die Weiße Stadt in Reinickendorf.

Der Übernahmepoker zieht sich bereits seit Oktober hin. Inklusive Schulden ist das Geschäft 14 Milliarden Euro wert. Käme es zustande, entstünde ein Konzern, der bundesweit rund eine halbe Million Wohnungen verwaltet und die Konkurrenz weit hinter sich lässt.

Aus der Finanzbranche hieß es, bei Anlegern spiele der Preis nicht die Hauptrolle. Für viele Profi-Investoren gehe es um eine Grundsatzfrage: Wollen sie einen Branchenriesen auf dem deutschen Markt oder weiterhin die Wahl haben zwischen zwei börsennotierten Wohnungskonzernen mit unterschiedlichem Investitionsschwerpunkt? Die Antwort gibt es in zwei Wochen.