Wirtschaft

Siemens verbucht 27 Prozent mehr Aufträge

Wahrscheinlich muss sich Siemens-Chef Joe Kaeser an diesem Dienstag auf der Hauptversammlung des Elektrokonzerns die eine oder andere kritische Frage zum sehr teuren Engagement in den USA gefallen lassen. Der Zukauf von Dresser-Rand jedenfalls war für Siemens bisher vor allem teuer. Und das Geschäft mit der Ölbranche läuft angesichts des niedrigen Preises für den Rohstoff eher nicht rund. In anderen Bereichen geht es dem Konzern dafür deutlich besser.

Jedenfalls deuten die Zahlen des ersten Quartals des laufenden Geschäftsjahres 15/16 (30. September) darauf hin. Danach setzte der Konzern 18,9 Milliarden Euro mehr um als ein Jahr zuvor, ein Plus von acht Prozent, wie Siemens am Montagabend bekannt gab. Währungsbereinigt gab es immer noch ein Plus von vier Prozent. Der Gewinn legte um 42 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu. Wesentlich wichtiger als der Gewinn ist allerdings der Wert der neuen Aufträge, also Umsatz und Ertrag der Zukunft.

Der Auftragseingang legte demnach im ersten Quartal des Geschäftsjahres um 27 (währungsbereinigt 22) Prozent zu. Derzeit hat der Konzern Aufträge im Wert von 22,8 Milliarden Euro in den Büchern stehen. Das Neugeschäft kam unter anderem aus Europa und Afrika.

Siemens baut zudem das Softwaregeschäft mit dem Zukauf von CD-Adapco aus. Das US-Unternehmen entwickelt Simulationssoftware, die unter anderem das Verhalten von Flüssigkeiten und elektrochemischen Vorgängen simulieren kann. Der Konzern gibt dafür 970 Millionen Dollar aus.