Frankfurt/Main –

Datenklau an Geldautomaten geht zurück

Frankfurt/Main. Moderne Technik hat den Datenklau an deutschen Geldautomaten im vergangenen Jahr auf ein Rekordtief gedrückt. Bis zum Jahresende zählte die Branche bundesweit 118 Automaten, die von Kriminellen manipuliert wurden, um Kartendaten und Geheimnummern (PIN) von Bankkunden auszuspähen. Der Bruttoschaden durch solche „Skimming“-Angriffe sank im vergangenen Jahr auf 2,7 Millionen Euro, teilte Euro Kartensysteme mit.

Am häufigsten schlugen die Kriminellen in Berlin zu: In der Hauptstadt wurden 67 Geldautomaten manipuliert. Danach folgte Hamburg mit 16 Automaten. In Bayern wurden neun und in Nordrhein-Westfalen acht manipuliert. Keine „Skimming“-Fälle wurden unterdessen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen registriert.

2014 wurden 145 manipulierte Geldautomaten gezählt, der Schaden betrug 3,1 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor wurden sogar noch 341 Geldautomaten ausgespäht, und der Schaden belief sich auf 11,3 Millionen Euro.

Vor allem die Einführung der EMV-Technik hat nach Einschätzung der Branche Kriminellen das Handwerk erschwert. EMV-Karten sind mit einer Art Minicomputer ausgestattet: Der Datensatz wird verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft – und zwar bei jedem Einsatz sowohl am Geldautomaten als auch an der Ladenkasse. Weil sich diese Technik weltweit zunehmend durchsetzt, können gestohlene Kartendaten in immer weniger Staaten missbräuchlich eingesetzt werden.