Preisverfall

Niedriger Ölpreis belastet Börsen und freut Verbraucher

Die Weltwirtschaft blickt gespannt auf den sinkenden Ölpreis. Doch vor allem für Verbraucher zeichnet sich kurzfristig Positives ab.

Der Preis für Öl sinkt immer weiter.

Der Preis für Öl sinkt immer weiter.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Frankfurt/Main.  Öl kostet aktuell so wenig wie zuletzt im September 2003. Der fallende Ölpreis hat den Dax am Mittwoch in den Keller geschickt. Das Tagestief erreichte der deutsche Leitindex bei rund 9317 Punkten – tiefster Stand seit Dezember 2014.

Bis zum frühen Nachmittag erholte er sich wieder etwas und lag mit 9443,47 Punkten noch 2,28 Prozent im Minus. Am Vortag hatte der Dax nach seinem verpatzten Jahresstart noch eine Erholung versucht.

Auch in den USA hatte der Ölpreis großen Einfluss auf die Stimmung an den Aktienmärkten. Im frühen US-Handel büßte der Leitindex Dow Jones Industrial zwei Prozent auf 15.696,07 Punkte ein. Sein Tief vom August bei 15.370 Punkten ist damit allerdings noch nicht in Sicht. Dagegen fiel der marktbreite S&P-500-Index mit minus 2,1 Prozent auf 1841,96 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober 2014.

Benzin in USA billiger als Milch

Wie auch an den Börsen dürfte auch bei einigen Verbrauchern Hektik herrschen. Doch bei den Konsumenten stellt sich die Situation wesentlich positiver dar – sehen sie sich doch niedrigen Preisen an den Tankstellen gegenüber. In den USA lag der Preis für Rohöl schon Ende des vergangenen Jahres unter dem für die gleiche Menge an Wasser. Der Benzinpreis lag im Schnitt unter dem Preis für Milch. Zu diesem Ergebnis kam jedenfalls Richard Meyer von der American Gas Association, einem Verbund von vor allem lokalen Energieversorgern.

In Deutschland liegt der Dieselpreis seit mehreren Tagen konstant unter einem Euro pro Liter. Für einen Liter Benzin zahlen Kunden nur unwesentlich mehr als 1,10 Euro. Aufgrund des niedrigen Preises warnen nun jedoch Experten vor Hamsterkäufen und dem Horten von Treibstoff. „Wir raten davon ab, mit großen Mengen Benzin unterwegs zu sein“, sagt ADAC-Mitarbeiter Johannes Boos. Mehr als zehn Liter sollte man nicht an Bord haben, sagt er. Gesetzlich seien zwar bis zu 240 Liter Treibstoff in mehreren 60-Liter-Kanistern erlaubt, doch dann sei nicht mehr zwingend gewährleistet, dass die Behälter sicher und weit entfernt von den Insassen transportiert werden könnten.

Doch nicht nur aus Sicherheitsgründen rät der ADAC von der Hortung ab. Der Automobilclub geht davon aus, dass der Ölpreis weiter niedrig bleiben oder sogar fallen wird. Das wirke sich dann auch auf Benzin- und Dieselpreise aus. (ac/dpa)