Wolfsburg –

VW-Betriebsrat arbeitet an Konzernstrategie

Eigentümerfamilien stützen Konzernchef Matthias Müller

Wolfsburg.  Während die VW-Spitze versucht, die Folgen des Abgasskandals in den Griff zu bekommen, beschäftigt sich der mächtige Konzernbetriebsrat mit eigenen Plänen für die Strategie der Wolfsburger. Alternative Antriebe, die Digitalisierung des Autos und der Autoproduktion sowie die Neuaufstellung des VW-Konzerns spielen da eine zentrale Rolle.

Mit Blick auf die Themen Digitalisierung und alternative Antriebe, die alle Autobauer betreffen, sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh nach einem Spitzentreffen des Konzernbetriebsrats in Ingolstadt: „Wir müssen uns vor Augen führen, dass die Autoindustrie vor Umwälzungen in noch nie dagewesener Geschwindigkeit und Tiefe steht.“

Dabei müsse es einerseits das Ziel sein, die wirtschaftlichen Chancen, die sich aus dem technischen Wandel ergeben, für und in den Werken zu nutzen. Andererseits spiele der Erhalt der Arbeitsplätze eine große Rolle. Denn immer intelligentere Maschinen werden auf Sicht in einigen Segmenten der Produktion und der Verwaltung Menschen ersetzen.

Ein VW-spezifisches Thema ist dagegen der Konzernumbau. Der sieht unter anderem eine größere Eigenständigkeit der einzelnen Marken und Märkte vor. Osterloh machte deutlich, dass das Mehr an Eigenständigkeit seine Grenzen habe. So müsse etwa die Entwicklung technischer Innovationen ebenso Konzernaufgabe bleiben wie zum Beispiel die Steuerung von Baukästen und Plattformen oder von erfolgreichen Vertriebsstrukturen. Osterloh betonte, der Betriebsrat wolle gemeinsam mit dem Vorstand an der Konzernstrategie arbeiten.

VW-Chef Matthias Müller machte zuletzt eine etwas unglückliche Figur. Seine US-Reise verlief unter anderem wegen eines missglückten Radiointerviews nicht so erfolgreich wie geplant. Die Familien Porsche und Piëch, Hauptaktionäre von VW, stützen ihn. „Wir stehen ohne Wenn und Aber hinter Herrn Müller.“