PARIS –

Airbus überholt Rivalen Boeing bei Neuaufträgen

PARIS.  Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat seinen US-Rivalen Boeing beim Rennen um Neuaufträge im vergangenen Jahr deutlich abgehängt. Airbus-Chef Fabrice Brégier konnte sich über Aufträge für 1036 neue Flugzeuge freuen - 268 mehr als die Amerikaner. „Wir haben die meisten unserer Ziele erreicht“, sagte er am Dienstag in Paris. Boeing produzierte allerdings weiter deutlich mehr Flugzeuge.

Airbus lieferte 635 Flieger aus, so viele wie nie zuvor in der Firmengeschichte. Beim US-Konkurrenten, der seine Zahlen vergangene Woche vorgelegt hatte, waren es allerdings 762 Jets. Doch die Europäer haben sich ehrgeizige Ziele zur Steigerung der Produktion gesetzt, um das dicke Auftragspolster für ihre Kassenschlager der Mittelstrecken-Familie A320 abzuarbeiten. In diesem Jahr sollten insgesamt mehr als 650 Flugzeuge aus den Werkhallen rollen, kündigte Brégier an.

Airbus kann dabei von einem komfortablen Auftragsbestand ausgehen. Zum Jahresende hatten die Europäer 6787 bestellte Flugzeuge in den Büchern, 401 mehr als ein Jahr zuvor und ein Branchenrekord.

Ein Problem bleibt das seit längerem kaum gefragte Flaggschiff A380. Wegen magerer Neubestellungen fährt Airbus die Produktion des doppelstöckigen Großraumfliegers schrittweise herunter, von zwischenzeitlich 30 Stück in Richtung 20 Stück pro Jahr. Zum Ende des Jahres 2015 konnte Airbus eine Order für drei Flugzeuge verbuchen, musste aber zugleich die Stornierung für eine Maschine hinnehmen.