Detroit/Berlin –

Deutsche Autobranche will um den Ruf des Diesels kämpfen

Detroit/Berlin. Die deutschen Autohersteller wollen bei der US-Branchenmesse in Detroit das durch den VW-Skandal ramponierte Image der Dieseltechnologie aufpolieren. „Natürlich spüren wir beim Diesel derzeit den scharfen Gegenwind in den USA. Es geht darum, verloren gegangenes Vertrauen bei den Kunden in Nordamerika wieder zurückzugewinnen“, sagte der Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann.

Die deutsche Autoindustrie werde trotz aller Widrigkeiten auch künftig auf die Vorteile des Diesels setzen, die er bei CO2-Emissionen und Verbrauch habe. Denn wenn die Selbstzünder ausreichend um modernste Abgasnachbehandlung ergänzt seien, erfüllten sie locker auch die anspruchsvollsten Grenzwerte, sagte Wissmann.

Wirtschaftlich ist das Umfeld in den USA derzeit blendend für die Autoleistungsschau. Billiger Sprit, gute Konjunkturaussichten und niedrige Zinsen beflügeln die Vereinigten Staaten, die hinter China der zweitgrößte Automarkt der Welt sind. Experten zufolge haben die deutschen Hersteller dennoch auch Probleme in den USA – und zwar nicht nur VW. „Gemessen an den Marktanteilen hatten die deutschen Autobauer mit 8,8 Prozent Marktanteil oder 1,268 Millionen verkaufter Fahrzeuge ihre beste Marktposition im Jahre 2012“, sagte Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen. Seither verlören die deutschen Hersteller kontinuierlich Marktanteile auf dem wachsenden US-Markt. 2015 verkauften die deutschen Autobauer 1,393 Millionen Fahrzeuge, was einem Marktanteil von 8,0 Prozent entsprach.

Dudenhöffers Car-Institut erwartet, dass in den USA im laufenden Jahr insgesamt rund 18 Millionen neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge verkauft werden. Das wäre nach 17,5 Millionen abermals ein Absatzrekord.

Zumindest in der zukunftsträchtigen Nische Elektromobilität haben deutsche Hersteller laut VDA-Präsident Wissmann ihre Hausaufgaben gemacht: „Knapp jedes fünfte Elektroauto, das in den USA verkauft wird, zählt zu einer deutschen Marke.“