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Experten sehen hohe Rabatte beim Kauf von Neuwagen

Eine Studie zeigt, dass Händler 2015 bis zu 36 Prozent Abschläge gewährten. Experte sehen weitere Rabatte auf den Kunden zukommen.

Handeln gehört beim Autokauf zum Alltag. Viele Händler bieten derzeit großzügige Rabatte und Sonderangebote

Handeln gehört beim Autokauf zum Alltag. Viele Händler bieten derzeit großzügige Rabatte und Sonderangebote

Foto: dpa Picture-Alliance / Jochen Zick / picture alliance / Keystone

Berlin.  Auf dem Automarkt ist der Kunde derzeit König. Käufer von Neuwagen können in diesem Jahr erneut hohe Rabatte aushandeln. „Die paradiesischen Zeiten für Neuwagenkäufer werden auch in diesem Jahr anhalten“, prognostiziert der Direktor des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer. „Bei Neuwagen werden sich Rabatte von bis zu 25 Prozent durchsetzen lassen, bei Tageszulassungen könnten sogar bis zu 35 Prozent drin sein.“ Der Anteil sogenannter Tages- und Eigenzulassungen von Fahrzeugen, die zu besonders hohen Abschlägen von einem Drittel des Listenpreises verkauft würden, sei zum Jahreswechsel mit rund 30 Prozent hoch und dürfte dies auch 2016 bleiben, sagte Dudenhöffer voraus.

Wie hoch Rabatte beim Autokauf ausfallen, hänge jedoch auch vom Verhandlungsgeschick jedes Verbrauchers ab. „Wer ohne Rabatt ein Auto kauft, ist selbst schuld. Die Erfahrung zeigt, dass es praktisch kein Auto gibt, das ohne Reduzierung verkauft wird“, berichtete Dudenhöffer. Dies habe auch eine aktuelle Studie seines Instituts zu den Neuwagenrabatten im vergangenen Jahr ergeben, die einen CAR-Rabattindex von 126,2 Punkten ermittelte. Danach räumten 2015 Autohändler und Hersteller die zweithöchsten Rabatte innerhalb der vergangenen zehn Jahre ein. Nur im Jahr 2013 lag der Index mit 129,3 Punkten etwas höher.

VW hat trotz Abgasskandals seine Rabattaktionen nicht erhöht

Wer jedoch glaubt, angesichts des Abgas-Skandals besonders hohe Rabatte bei Volkswagen zu erhalten, wurde enttäuscht. „Die ganz großen Rabattaktionen auf die Krise sind bei VW ausgeblieben“, so Dudenhöffer. Vielmehr habe VW im Dezember 2015 sogar weniger Nachlässe gewährt als im Vormonat. Der Autoexperte bezeichnete diese Strategie des neuen VW-Chefs Matthias Müller eher als gutes Zeichen. „Damit unterscheide sich Müller deutlich und wohltuend von der Vertriebspolitik seines Vorgängers Martin Winterkorn, der selbst bei der Markteinführung des neuen Golf 7 mit Rabatten und teuren Prämienprogrammen versuchte, die VW-Marktanteile zu pushen.“

Die höchsten Rabatte räumten lokale Händler 2015 vor allem für Autos mit Tageszulassungen ein. Bei Ford-Händlern reichte die Rabattspanne von knapp 23 Prozent beim B-Max bis hin zu 36 Prozent beim Focus. Bei Hyundai-Händlern waren bei den Modellen i10 und i30 weit über 30 Prozent drin, bei den Modellen i20 und Tucson seien es etwa 15 Prozent gewesen, so die Studie. Mazda-Händler gewährten für ihr Sondermodell Mazda 3 Urban Limited rund 24 Prozent Rabatt. Nissan bot beim Juke bis zu 34 Prozent und bis zu 33 Prozent beim Micra. Opel-Händler offerierten die höchsten Preisnachlässe von 26 bis 32 Prozent für den Corsa, für den Astra und Insignia waren bis zu 19 Prozent aushandelbar. Für den Twingo und Mégane gaben Renault-Händler mehr als 30 Prozent Rabatt auf den Listenpreis.

Internetvermittler boten 2015 im Schnitt 18,9 Prozent Rabatt

Bei VW gab es in der Spitze bis zu 27 Prozent Nachlass, bei den Töchtern Skoda bis 32 Prozent und bei Seat bis zu 26 Prozent. Darüber hinaus lockten auch Audi, BMW und Mercedes mit vereinzelten Sonderaktionen oder Gebrauchtwagenprämien, die bis zu 20 Prozent des Listenpreises ausmachten.

Internetvermittler räumten für die 30 meistverkauften Neuwagen – und zwar individuell bestellte Fahrzeuge – im Durchschnitt 18,9 Prozent ein. Den höchsten Rabatt von 30,4 Prozent gab es für den Mitsubishi Space Star, den zweitgrößten mit 29,7 Prozent für den Seat Leon. „Misubishi, Seat oder Hyundai sollte man also nur mit deutlich über 20 Prozent Rabatt kaufen“, so Dudenhöffer. „Den geringsten Nachlass gewährte unterdessen die rumänische Renault-Tochter Dacia mit weniger als fünf Prozent.“

Grundsätzlich empfiehlt der Autoexperte jedem Kaufinteressenten, sich vor dem Kauf im Internet über Preisangebote und Rabatte zu informieren. Mit den Angeboten sollte man zu seinem Händler gehen, sagte Dudenhöffer: „In der Regel sind auf diese Angebote weitere drei bis fünf Prozent Abschläge möglich.“