Wiesbaden –

Höchste Kaufkraftsteigerung seit 1992

Wiesbaden.  Deutschlands Verbraucher können sich über die höchste Kaufkraftsteigerung seit 1992 freuen. Im Schnitt lagen die Reallöhne in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres um gut 2,5 Prozent über dem Vorjahresniveau, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte.

Das lasse für das Gesamtjahr 2015 „deutliche Reallohnzuwächse“ für die Tarifbeschäftigten in Deutschland erwarten. Der jüngste Aufwärtstrend hat zwei Treiber: Steigende Löhne und Mini-Inflation. In den ersten drei Quartalen 2015 legten die Nominallöhne zum Vorjahreszeitraum um 2,8 Prozent zu, Waren und Dienstleistungen verteuerten sich hingegen nur um 0,2 Prozent.

Daher bleiben die Lohnsteigerungen fast vollständig bei den Beschäftigten. Das stärkt ihre Kaufkraft und kann den Konsum ankurbeln. Volkswirte erwarten, dass der Konsum auch 2016 die tragende Säule der Konjunktur sein wird.

Im dritten Quartal lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst eines Vollzeitbeschäftigten in Deutschland bei 3624 Euro. Allerdings verdienen knapp zwei Drittel der Vollzeitbeschäftigten weniger. Vom jüngsten Lohnplus profitierten ungelernte Arbeitnehmer mit 3,9 Prozent deutlich stärker als andere Beschäftigtengruppen. Welchen Einfluss der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde auf die Lohnentwicklung habe, sei dabei nicht feststellbar, erklärte das Bundesamt.