Neubiberg –

Chipkonzern Infineon mausert sich zum Branchenliebling

Neubiberg.  Vom Sorgenkind zur Ertragsperle: Nach gut einem Jahrzehnt tiefer Krisen wartet der Halbleiterkonzern Infineon abermals mit einer robusten Gewinnentwicklung auf und blickt überraschend optimistisch in die Zukunft. Mit einem breiten Kreuz will Europas zweitgrößter Chipproduzent nun kräftig beim Übernahmepoker in seiner Branche mitmischen. „Wir fühlen uns stark“, sagte Vorstandschef Reinhard Ploss, der die Geschicke von Infineon seit drei Jahren lenkt und dessen Vertrag gerade verlängert wurde. Die Anleger reagierten begeistert: Die Aktien kletterten um mehr als 14 Prozent und waren mit 13,39 Euro so teuer wie seit 13 Jahren nicht mehr.

Infineon hat sich in den vergangenen Jahren durch die Trennung vom Massengeschäft mit Speicherchips weitgehend unabhängig von den gefürchteten Zyklen der Halbleiterindustrie gemacht und sich auf Spezialhalbleiter verlegt. Heute verdient die ehemalige Siemens -Tochter aus Neubiberg bei München prächtig mit winzigen Bauteilen etwa für Reifendrucksensoren, Abstandswarnern oder Hochfrequenztechnik im Mobilfunk, Geldkarten und Reisepässe.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (zum 30. September) verbuchte Infineon ein Umsatzplus von gut einem Drittel und nahm 5,8 Milliarden Euro ein. Der Überschuss kletterte um gut 18 Prozent auf 634 Millionen Euro. Für das neue Geschäftsjahr kündigte Ploss weitere Zuwächse an. Von dem stetigen Aufwärtstrend sollen auch die Anleger profitieren. Die Dividende soll um zwei Cent auf 20 Cent je Anteilsschein steigen.