München –

Allianz verpflichtet sich bei Geldanlagen zum Klimaschutz

Versicherungsriese ändert Strategie – Lob von Umweltschützern

München.  Die Allianz will den Klimaschutz künftig bei ihren gesamten Geldanlagen zur Vorgabe machen und die Investitionen in erneuerbare Energien verdoppeln. Nach dem angekündigten Rückzug aus der Kohleenergie legte der größte europäische Versicherungskonzern am Donnerstag nach und sicherte zu, seine Investments flächendeckend unter die Lupe zu nehmen. „Mit unserem Risikowissen, unserer Finanzstärke und unseren langfristigen Anlagehorizonten können wir den Klimaschutz wirkungsvoll unterstützen und gleichzeitig langfristige Chancen für unsere Kunden nutzen“, sagte Vorstandschef Oliver Bäte.

Eine Ratingagentur soll die gesamten Anlagen der Allianz nach 37 Kriterien durchforsten. Neben Treibhausgasemissionen und Energieeffizienz zählen dazu auch Datenschutz und Korruption. Die Allianz erhofft sich vor allem eine höhere Rendite für ihre Kunden, da beispielsweise Investitionen in Kohleenergie auf Dauer nicht mehr lukrativ erscheinen. Für die Kunden mit einer Altersvorsorge bei der Allianz sei die Rendite elementar, sagte ein Sprecher.

Die Allianz ist mit Kundengeldern von mehr als 600 Milliarden Euro einer der größten Akteure an den Finanzmärkten. Um die langfristigen Zusagen an die Kunden von Lebensversicherungen zu erfüllen, steckt der Versicherungskonzern seit Jahren auch immer mehr Geld in Wind- und Solarparks, da diese eine höhere Rendite versprechen. Vor wenigen Monaten überstiegen die Investments in erneuerbare Energien erstmals die Marke von 2,5 Milliarden Euro. In den kommenden Jahren soll dieser Wert verdoppelt werden.

Rund um den Globus verabschieden sich Investoren derzeit aus Anlagen in fossilen Energieträgern, vor allem Kohle. „Im internationalen Vergleich ist die Allianz spät dran“, sagt Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten.

Umweltschutzorganisationen von WWF bis zu Greenpeace begrüßten den Schritt der Allianz: „Wenige Tage vor Beginn der Klimakonferenz ist die Ankündigung der Allianz ein starkes Signal an Investoren in aller Welt“, sagte Greenpeace-Energieexperte Tobias Münchmeyer. Er mahnt aber zugleich Konsequenz im ganzen Konzern an: Glaubwürdig werde Konzernchef Bäte erst, wenn er auch Kreditbürgschaften der Allianz-Tochter Hermes Euler für Kohle-Vorhaben stoppe.