Dieselskandal

VW-Chef Müller: Aufwand für Abgas-Affäre ist überschaubar

Vorsichtiger Optimismus bei VW: Konzernchef Müller glaubt, dass der Dieselskandal in Europa nicht ausufert – auch nicht finanziell.

VW-Chef Matthias Müller gibt sich in der Abgasaffäre inzwischen etwas zuversichtlicher.

VW-Chef Matthias Müller gibt sich in der Abgasaffäre inzwischen etwas zuversichtlicher.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Wolfsburg.  Volkswagen-Chef Matthias Müller hält die Lasten für die Aufarbeitung der Abgasmanipulationen inzwischen für beherrschbar. „Der Aufwand für die Nachrüstung ist technisch, handwerklich und finanziell überschaubar“, sagte Müller am Montag seinem Redemanuskript zufolge vor rund 1000 Managern in Wolfsburg. Für mehr als 90 Prozent der betroffenen Diesel-Fahrzeuge in Europa seien technische Lösungen inzwischen behördlich bestätigt.

Bis Ende des Monats werde Volkswagen dem Kraftfahrt-Bundesamt die technische Umsetzung aller geplanten Maßnahmen im Einzelnen vorlegen, kündigte Müller an. Inzwischen liege auch die grundsätzliche Zustimmung der Flensburger Behörde für die 1,6-Liter-Motoren vor. Hier seien weniger Eingriffe nötig als anfangs befürchtet.

Schwierige Suche nach den Verantwortlichen

Neben einer aktualisierten Software gehe es dabei um relativ einfache Veränderungen am Luftfilter. Details für die 1,2-Liter-Motoren wolle VW dem KBA bis zum Monatsende präsentieren. Hier genüge voraussichtlich ein Software-Update. Beim 2,0-Liter-Motor hatte die Zulassungsbehörde bereits den Vorschlag von VW abgesegnet, eine neue Software aufzuspielen.

Müller dämpfte zugleich Erwartungen, dass bei der Suche nach den Verantwortlichen für die Abgasmanipulation rasche Fortschritte gibt. Die interne Revision habe inzwischen zahlreiche Computer und Smartphones sowie mehrere Gigabyte an Daten sichergestellt. „Zudem werden Gespräche geführt, Hinweise verfolgt und Gremienprotokolle gesichtet“, sagte Müller seinem Redemanuskript zufolge. Es werde noch einige Monate dauern, bis abschließende Erkenntnisse vorlägen. Sein Ziel sei, die Öffentlichkeit Mitte Dezember mit einem Zwischenbericht über den Stand der Aufklärung zu informieren.

8,5 Millionen Autos in Europa betroffen

Volkswagen hatte zugegeben, Abgaswerte mit Hilfe einer Software in der Motorsteuerung geschönt zu haben. In Europa ruft der Konzern 8,5 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten, um den Betrug zu beenden. Weltweit sind bis zu elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Für den Rückruf hat der Konzern 6,7 Milliarden Euro zur Seite gelegt. Weitere zwei Milliarden Euro hat Volkswagen kalkuliert, weil bei 800.000 Fahrzeugen falsche CO2-Angaben gemacht wurden.

Offen ist noch, wie hoch die Strafen wegen Umweltvergehen in den USA ausfallen werden. Der Abgasskandal war im September durch die mächtige US-Umweltbehörde EPA öffentlich gemacht worden. In den USA drohen Volkswagen zudem hohe Schadenersatzforderungen. (rtr)