Nach der Abgas-Affäre

Volkswagen will Sport-Sponsoring deutlich zurückfahren

Berlin. Der Volkswagen-Konzern will wegen der Abgas-Affäre offenbar auch im Sportsponsoring kräftig sparen. Welche Vereine von den Kürzungen betroffen seien, stehe aber noch nicht fest. Eine Entscheidung solle spätestens Anfang 2016 getroffen werden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ gibt es im Unternehmen eine konkrete Streichliste, die im VW-Markenvorstand behandelt worden ist.

Darauf stünden die Fußball-Bundesligisten Hannover 96, Werder Bremen und Schalke 04 sowie Zweitligist 1860 München. Mit jeweils rund 1,5 Millionen Euro pro Saison unterstütze VW bislang diese Clubs. Auch das Eishockey-Engagement bei den Grizzlys Wolfsburg, das etwa fünf Millionen Euro pro Jahr koste, könnte entfallen. Fußball sei eine wesentliche Säule in der Sponsoringstrategie des Autobauers, sagte ein VW-Sprecher: „Diese wichtige Kommunikations- und Werbeplattform wurde sehr erfolgreich genutzt, und dies wird auch in Zukunft der Fall sein. In welchem konkreten Umfang ist derzeit noch nicht entschieden.“

Der neue Konzernchef Matthias Müller hatte nach Bekanntwerden der Manipulation von Abgastests angekündigt, alle Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen. Am Freitag kündigte er an, die Sachinvestitionen 2016 um eine Milliarde auf rund zwölf Milliarden Euro zu senken. Damit reagiert Müller auf mögliche Kosten, die auf den Wolfsburger Konzern im Zuge der Abgas-Affäre durch die Manipulationssoftware zukommen könnten.

Auch Audi-Chef Rupert Stadler gerät zunehmend unter Druck. Es sei ein Schock gewesen, dass auch die VW-Tochter in den USA habe einräumen müssen, Dieselmotoren manipuliert zu haben, sagte ein Aufsichtsrat der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Sollte er früher davon gewusst haben, wäre er nicht zu halten“, hieß es aus Kreisen des Kontrollgremiums. Im Visier der US-Umweltbehörde EPA steht unter anderem der Luxuswagen A8. Ein Audi-Sprecher bestätigte, dass Fahrzeuge aus den Modelljahren 2009 bis 2016 betroffen seien. Er bekräftigte jedoch, die beanstandete Software sei kein Schummelprogramm. Es reagiere auf Umgebungstemperaturen und diene zum schnelleren Warmlaufen des Katalysators in der Aufheizphase. Der Konzern sei über Einzelheiten im Gespräch mit den US-Umweltbehörden.