Essen –

FOKUS 2-RWE rennen in Großbritannien die Kunden davon

Essen.  RWE rutscht trotz aller Anstrengungen weiter ab. In den ersten neun Monaten gingen die Gewinne im laufenden Geschäft erneut zurück, teilte Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern am Donnerstag in Essen mit. Neben dem anhaltenden Verfall der Strompreise im Großhandel kämpft RWE nun auch noch mit einem EDV-Desaster in Großbritannien. Hinter die ohnehin schon wenig optimistische Prognose für das Gesamtjahr setzte das Management nun ein Fragezeichen.

Wie RWE-Finanzchef Bernhard Günther in einer Videokonferenz sagte, soll die Spanne für den bereinigten Nettogewinn für 2015 zwar weiter bei 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro liegen. RWE schränkte allerdings ein, dass die Vorgabe eventuell nur knapp erreicht werde. 2014 hatte der Konzern an dieser Stelle noch 2,3 Milliarden Gewinn ausgewiesen. Eine klare Dividendenaussage blieb RWE schuldig. Aktionäre befürchten eine spürbare Kürzung. An der Börse gingen RWE-Aktien auf Talfahrt.

Immer schlechter läuft es vor allem in der Erzeugungssparte. Wegen des Ökostrom-Booms haben sich die Preise an der Leipziger Strombörse EEX in den vergangenen vier Jahren halbiert. Das ließ bei RWE den Gewinn der konventionellen Kraftwerke um mehr als die Hälfte einbrechen. Weitere Belastungen sind wahrscheinlich. Finanzvorstand Günther deutete Abschreibungen an: „Das muss man schauen, wir sind derzeit im Planungsprozess.“ Am Vortag hatte Konkurrent Eon wegen milliardenschwerer Wertberichtigungen einen Rekordverlust gemeldet.