Dieselaffäre

Porsche verkauft keine Cayenne-Diesel mehr in den USA

| Lesedauer: 3 Minuten
Porsche hat den Diesel Cayenne in den USA vorerst aus dem Handel genommen.

Porsche hat den Diesel Cayenne in den USA vorerst aus dem Handel genommen.

Foto: Justin Lane / dpa

Die Amerikaner kaufen trotz Abgasaffäre unverändert Volkswagen. Dafür gibt es einen Porsche erst einmal nicht mehr bei den Händlern.

Stuttgart/Wolfsburg.  Porsche verkauft vorerst in den USA keine Dieselmodelle des Geländewagens Cayenne mehr – und bereitet auch die Aktionäre auf mögliche schlechte Nachrichten vor.

Die US-Umweltbehörde EPA, die die Manipulationen an VW-Motoren aufgedeckt hatte, hatte am Montag neue Vorwürfe erhoben: Auch bei 3-Liter-Motoren der Modelljahre 2014 bis 2016 sei getrickst worden. Betroffen seien unter anderem der Porsche Cayenne und Luxuslimousinen der Tochter Audi sowie der A8. Volkswagen hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und der Umweltbehörde volle Kooperationsbereitschaft zugesichert. Porsche stoppte dennoch den Verkauf des Diesel-Cayenne. Diese Maßnahme geschehe freiwillig und betreffe die Wagen der Modelljahre 2014 bis 2016, erklärte Porsche Nordamerika am Dienstag.

Porsche glaubt noch an geplanten Gewinn

Seine Aktionäre warnte das Unternehmen vor möglichen Risiken infolge der jüngsten Entwicklung. Die VW-Aktien im Porschebesitz seien ein Risiko für das Geschäftsergebnis. Die Porsche Automobil Holding SE hält an der Volkswagen AG 32,4 Prozent. Wenn die Aktie in den Keller rauscht, kann das auch das Ergebnis der Porsche SE belasten, teilten die Stuttgarter am Abend mit. Allerdings: „Nach bisheriger Kenntnis“ geht man insgesamt für das Geschäftsjahr 2015 unverändert von einem Konzernergebnis nach Steuern zwischen 0,8 und 1,8 Milliarden Euro aus. Die Prognose unterstelle, dass das Finanzergebnis des Volkswagen-Konzerns im Rahmen der bisherigen Erwartungen bleibe, hieß es

VW hatte CO2-Probleme eingeräumt

Volkswagen hatte am Dienstag auch Unregelmäßigkeiten bei CO2-Werten einräumen müssen. Dabei geht es um den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2). Nach derzeitigem Erkenntnisstand könnten davon etwa 800.000 Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns betroffen sein, hieß es in einer Mitteilung vom Dienstagabend. VW bezifferte die wirtschaftlichen Risiken in einer ersten Schätzung auf etwa zwei Milliarden Euro. Bisher ging es in dem Skandal um Stickoxid (NOX).

Einen Absatzeinbruch auf dem wichtigen US-Markt muss der Wolfsburger Konzern allerdings bisher nicht beklagen. Das Unternehmen verkaufte im Oktober – dem ersten vollen Monat seit Bekanntwerden der Manipulationen – mit rund 30.000 Fahrzeugen ungefähr ebenso viele Autos wie im selben Monat des Vorjahres. Pure Freude dürfte das in der Vorstandsetage aber dennoch nicht auslösen: Der US-Automarkt ist insgesamt deutlich gewachsen, Volkswagen hat also mit dem Mini-Zuwachs Marktanteile verloren und dafür Kunden Insidern zufolge auch massive Kaufanreize gewährt.

Mercedes und BMW verlieren Marktanteile

Große Autobauer wie die Opel-Mutter General Motors, Ford, Toyota und Fiat Chrysler legten zwischen 13 und 16 Prozent zu. Andere deutsche Marken schnitten dagegen ebenfalls schlechter ab: Mercedes kam in den USA auf ein Plus von knapp vier Prozent, BMW dagegen verzeichnete ein Minus von vier Prozent. (dpa/Reuters)