Tarifstreit

Gewerkschaft will Streikplan für Lufthansa vorlegen

Um 14 Uhr will die Flugbegleiter-Gewerkschaft Details zum geplanten Ausstand mitteilen. Die Lufthansa versucht, Streiks zu verhindern.

Gebrauchte Streikwesten nach einer Streik-Abschlusskundgebung auf einem Archivfoto. Jetzt könnten sie bei der Flugbegleiter-Gewerkschaft wieder zum Einsatz kommen.

Gebrauchte Streikwesten nach einer Streik-Abschlusskundgebung auf einem Archivfoto. Jetzt könnten sie bei der Flugbegleiter-Gewerkschaft wieder zum Einsatz kommen.

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Frankfurt/Main.  Reisende müssen sich in den nächsten Tagen bei der Lufthansa auf Flugausfälle einstellen. Nach den gescheiterten Verhandlungen zwischen Europas größter Fluggesellschaft und der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo drohen neue Ausfälle. Der Tarifstreit war am Wochenende eskaliert. Die Gewerkschaft will an diesem Montag um 14 Uhr den Fahrplan für die angedrohten Arbeitsniederlegungen präsentieren.

Wie schnell es zu Streiks kommen kann, ist noch ungewiss. Nach Angaben von Ufo-Chef Nicoley Baublies kann das auch schon die kommende Woche betreffen, wahrscheinlicher sei aber, dass es noch ein paar Tage dauere, sagte er. Sollte es zu Streiks kommen, wären es die ersten des Kabinenpersonals im laufenden Tarifkonflikt.

Lufthansa hofft, die Streiks abwenden zu können

Ein bisschen Hoffnung gibt es aber noch für Flugreisende: Die Lufthansa will den Ausstand noch verhindern und alle rechtlichen Mittel ausschöpfen. Dazu gehört auch, möglicherweise die Schlichtung anzurufen. Nach Unternehmensangaben hat die Lufthansa eine Vereinbarung mit Ufo bezüglich aller offenen Tarifverträge, wonach eine Schlichtung angerufen werden kann, wenn Verhandlungen scheitern. Die Gewerkschaft könnte sich dem nicht entziehen.

Die Lufthansa kritisierte den Abbruch der Tarifverhandlungen. „Wir sind weiter gesprächsbereit“, sagte eine Unternehmenssprecherin. Die Ankündigung von Ufo, demnächst zu Streiks aufzurufen, sei „nicht nachvollziehbar“, erklärte Bettina Volkens, Vorstand Personal und Recht der Lufthansa. Ufo hatte die jüngsten Vorschläge der Lufthansa am Wochenende „völlig inakzeptabel“ genannt.

Lufthansa hat einige Tarifauseinandersetzungen

Der Tarifstreit dauert nun schon fast zwei Jahre. Die ersten Gespräche zu dieser Runde gab es im Dezember 2013. In der Auseinandersetzung geht es um viele verschiedene Themen, wichtige Punkte sind die Absicherung und Vergütung der 19.000 Flugbegleiter sowie deren Alters- und Übergangsversorgung.

Der Konflikt mit Ufo ist nicht die einzige Tarifauseinandersetzung bei der Lufthansa. Die Fluggesellschaft führt derzeit mit mehreren Gewerkschaften getrennte Verhandlungen für unterschiedliche Berufsgruppen im Konzern. Derzeit wird nach Angaben des Unternehmens mit den Gewerkschaften VC für die Piloten, Ufo für die Flugbegleiter und Verdi für das Bodenpersonal verhandelt.