Berlin

ADAC und Umwelthilfe fordern unabhängige Autotests

Neuordnung in Deutschland nach amerikanischem Vorbild

Berlin.  Angesichts des VW-Skandals fordern der Autoclub ADAC und die Deutsche Umwelthilfe Änderungen bei der Kontrolle von Abgaswerten neuer Fahrzeugtypen. Das Bundesverkehrsministerium solle das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) „mit einem ausreichenden Etat versehen, um unabhängige Institutionen mit der Überwachung der Abgasemissionen und Messungen im Straßenverkehr zu beauftragen“, heißt es in der Stellungnahme des ADAC für eine Expertenanhörung des Bundestagsverkehrsausschusses, der an diesem Montag tagen soll.

Die Behörden für sogenannte Typgenehmigungen neuer Modelle wie das KBA stünden in Europa im Wettbewerb und kämpften um Aufträge der Autohersteller, schrieb der ADAC. Die Umwelthilfe erläuterte, die heute für Messungen zuständigen Institute seien qualifiziert. Sie stünden aber in einem unmittelbaren wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnis zur Autoindustrie.

Nötig seien grundlegende Änderungen nach dem Vorbild der US-Umweltbehörde EPA, die den Manipulationsskandal bei Dieselfahrzeugen des VW-Konzerns bekannt gemacht hatte. Demnach soll eine unabhängige Stelle Angaben der Hersteller durch Messungen auf der Straße kontrollieren. In Deutschland käme das KBA „für diese Aufgabe ausdrücklich nicht infrage“. Die Autobauer sollten die Messungen über eine Umlage finanzieren.

Volkswagen plane derweil ein Kronzeugenprogramm für Mitarbeiter, die in die Abgasaffäre verstrickt sind und gestehen, berichteten „Süddeutsche Zeitung“, WDR und NDR. Für Vorstände und andere hoch dotierte Manager gelte dies aber nicht.