Frankfurt/Main

Lufthansa-Passagiere müssen sich erneut auf Streik einstellen

Flugbegleiter erklären Tarifgespräche für gescheitert

Frankfurt/Main.  Der Lufthansa droht der nächste Streik: Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat gestern Abend die Tarifverhandlungen mit der Fluglinie für gescheitert erklärt. Die Gespräche seien beendet worden, nachdem die Lufthansa zuvor gemachte mündliche Vereinbarungen nicht eingehalten habe, sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies. Das weitere Vorgehen will die Gewerkschaft am Montag mitteilen. „Streiks sind eine Möglichkeit“, hieß es. Die Situation sei trotz eines konstruktiven Beginns der Verhandlungen in einer absoluten Sackgasse. Am Sonntag gebe es keine Einigungsmöglichkeiten mehr, da der Lufthansa-Vorstand eine weitere Gesprächsrunde ablehne.

Ufo kämpft unter anderem dafür, die bisherige Betriebsrente für die 19.000 Lufthansa-Flugbegleiter beizubehalten. Für eine Einigung hatte die Gewerkschaft eine Frist bis Sonntag gesetzt. Die Lufthansa äußerte sich zunächst nicht zum Scheitern der Gespräche.

Ende Juni hatte Ufo die seit zwei Jahren laufenden Verhandlungen schon einmal für gescheitert erklärt. Den daraufhin geplanten Streik sagte Ufo aber kurzfristig ab, nachdem die Lufthansa den Flugbegleitern in wichtigen Punkten entgegengekommen war.

Der Konflikt ist nicht die einzige Tarifauseinandersetzung bei der Lufthansa. Die Airline führt derzeit mit mehreren Gewerkschaften getrennte Verhandlungen für verschiedene Berufsgruppen im Konzern – darunter die Piloten und das Bodenpersonal. Das komplizierteste Thema sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Zuletzt bestreikte die Pilotengewerkschaft Cockpit die Lufthansa im September.